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Mehr Demenz-Erkrankungen nach unprovozierten Krampfanfällen

Autor: Dr. Angelika Bischoff

Die Krampfanfälle können auch ein Frühzeichen für eine spätere Demenz sein. (Agenturfoto) Die Krampfanfälle können auch ein Frühzeichen für eine spätere Demenz sein. (Agenturfoto) © iStock/RapidEye
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Demente haben ein höheres Risiko für Krampfanfälle. Wissenschaftler konnten jetzt auch die umgekehrte Verbindng herstellen.

Die Häufigkeit von unprovozierten Krampfanfällen und Epilepsie steigt mit zunehmendem Alter. Nur in zwei von drei Fällen ist die Ätiologie bekannt. Man weiß, dass Patienten mit Demenz ein hohes Risiko aufweisen, im Spätstadium unprovozierte Anfälle zu entwickeln. Aber zeigt sich auch umgekehrt eine Verbindung?

Dr. Ophir Keret von der Universität San Francisco und sein Team bildeten aus einem Datensatz der US Veterans Health Administration eine Stichprobe von 292 262 Patienten über 55 Jahre, die man stationär oder ambulant in VA-Einrichtungen behandelt hatte. In der Kohorte befanden sich keine Patienten, bei denen eine Demenz bekannt oder bereits ein Krampfanfall aufgetreten war bzw. solche, die andere Erkrankungen aufwiesen, die das Risiko für Krampfanfälle steigern – z.B. intrakranielle Tumoren, Traumata, Hirninfektionen oder Schlaganfälle.

Im Mittel waren die Veteranen 73 Jahre alt und zu 97 % männlich. Innerhalb der festgelegten Zeitspanne von fünf Jahren entwickelten 2166 spät auftretende unprovozierte Krampfanfälle unbekannter Ätiologie. Nach einer mittleren Follow-up-Zeit von weiteren sechs Jahren wurde klar: Die Veteranen mit Krampfanfällen erkrankten knapp zweimal häufiger an Demenz als die ohne Krampfanfälle (Hazard Ratio 1,89).

Frühzeichen mitunter viele Jahre vor der Diagnose

Folglich sind unprovozierte Krampfanfälle nicht nur ein Phänomen bei fortgeschrittener Demenz, das möglicherweise auf die neuropathologischen Veränderungen zurückgeht, so das Fazit der Autoren. Sie können ihr auch als Frühzeichen der neurodegenerativen Erkrankung mehrere Jahre vorausgehen, auch wenn die genauen Zusammenhänge noch geklärt werden müssen.

Quelle: Keret O et al. JAMA Neurol 2020; DOI: 10.1001/jamaneurol.2020.0187

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