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Mobilität im Alter – bereits leichte körperliche Aktivität verhindert Einbußen

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Gartenarbeit und Haushalt reichen aus, das Risiko für einen späteren Mobilitätsverlust zu senken. (Agenturfoto) Gartenarbeit und Haushalt reichen aus, das Risiko für einen späteren Mobilitätsverlust zu senken. (Agenturfoto) © goodluz – stock.adobe.com
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Es muss kein anspruchsvolles Sportprogramm sein, will man sich die Mobilität im Alter erhalten. Mäßig fordernde Alltagsaktivitäten reichen bereits aus.

Bewegung hält ältere Menschen fit, gesund und mobil – das haben zahllose Studien nachgewiesen. Allerdings haben sich die meisten dieser Untersuchungen zumindest auf moderate, wenn nicht sogar starke Belastungen konzen­triert. Für solche schweißtreibenden und atemraubenden Betätigungen lässt sich aber nicht jeder motivieren. Gesundheitswissenschaftlerin Nicole Glass von der Herbert Wertheim School of Public Health and Human Longevity Science der University of California San Diego und ihre Kollegen haben daher einen anderen Ansatz gewählt.

5700 ältere Frauen über Jahre hinweg beobachtet

Sie beobachteten mehr als 5700 Frauen ab dem 64. Lebensjahr (Durchschnittsalter: 78,5 Jahre) der Women’s Health Initiative. Alle Seniorinnen waren zu Beginn der Untersuchung uneingeschränkt mobil.

Die Wissenschaftler statteten die Studienteilnehmerinnen mit einem Aktivitätsmessgerät aus, das die Damen über sieben Tage hinweg ununterbrochen tragen sollten. Aus den Aktivitäts- und Bewegungsdaten berechneten die Forscher das Ausmaß an leichten körperlichen Tätigkeiten, die die Frauen jeden Tag ausführten – etwa Geschirr spülen und abtrocknen oder leichtere Arbeiten im Garten. Anhand der erstellten Profile teilten sie ihre Probandinnen in vier Quartile ein: Im Quartil 1 war die Alltagsaktivität am gerings­ten, in Quartil 4 am höchsten.

Bis zur endgültigen Auswertung nach durchschnittlich knapp fünf Jahren gaben 1277 Frauen an, dass ihre Mobilität stark abgenommen habe – dass sie also etwa nicht mehr einen Häuserblock weit gehen oder die Treppen eines Stockwerks steigen konnten. Dieser Verlust an Beweglichkeit trat bei Frauen des ersten Quartils am häufigsten auf, bei denen des vierten Quartils am seltensten. Auch als die Wissenschaftler für eine Reihe möglicher Störvariablen korrigierten – etwa höheres Lebensalter, Begleiterkrankungen oder regelmäßige stärkere Belastungen – blieb dieser Zusammenhang bestehen. Schon im zweiten Quartil sank das Risiko für einen späteren Mobilitätsverlust um relativ 22 %, in Quartil 4 waren es sogar 40 %.

Im Haushalt und im Garten arbeiten, reicht aus

Noch stärker ausgeprägt war der Effekt, wenn man bleibende Mobilitätseinschränkungen betrachtete. Das Risiko dafür sank in Gruppe 4 auf fast die Hälfte gegenüber der Gruppe 1. Es müssen also nicht regelmäßiges Joggen oder ausgedehnte Spaziergänge sein, wenn man vorbeugen und im Alter auf den Beinen bleiben will, meinen die Autoren zum Abschluss. Ein bisschen im Haushalt Werkeln oder leichte Gartenarbeit tun es ebenso gut.

Quelle: Glass NL et al. JAMA Netw Open 2021; 4: e210005; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.0005

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