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Nickel-Kontaktallergie kann zu Giemen führen

Autor: Dr. Angelika Bischoff

Die Assoziation mit Ohr-Piercings wurde nur bei männlichen Teilnehmern festgestellt. Die Assoziation mit Ohr-Piercings wurde nur bei männlichen Teilnehmern festgestellt. © anetlanda – stock.adobe.com
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Sowohl bei Männern als auch bei Frauen hängen Kontaktallergie und Giemen zusammen, zeigt eine Studie. Bei Ohr-Piercings bleiben jedoch einige Fragen offen.

Kontaktallergien werden am häufigsten durch Nickel hervorgerufen. Hat der Körper erst einmal die spezifischen T-Zellen und T-Gedächtniszellen gebildet, werden diese bei erneutem Kontakt aktiviert und induzieren eine Typ-IV-Allergie. Erfahrungsgemäß sind Frauen häufiger betroffen.

Ob eine bestehende Kontaktal­lergie auch eine Beziehung zu Typ-I-Allergien wie Rhinokonjunktivitis oder Asthma aufweist, wird kontrovers diskutiert. Wissenschaftler untersuchten dazu eine Kohorte aus der SOLAR-Studie, bestehend aus 2051 Erwachsenen im Alter zwischen 19 und 24 Jahren. Geprüft wurde, ob eine selbstberichtete Kontaktallergie auf Nickel oder ein vorhandenes Ohr-Piercing mit dem Beginn von Giemen, Asthma oder einer Rhinokonjunktivitis in Verbindung standen.

Ein Zusammenhang zwischen Kontaktallergie und Giemen ließ sich bei beiden Geschlechtern finden. Die Assoziation mit Ohr-Piercings – auch heute noch eine beträchtliche Nickel-Exposition – zeigte sich allerdings nur bei den männlichen Teilnehmern. Das Piercing erhöhte ihr Risiko für den pfeifenden Rhonchus um mehr als das Doppelte. Ebenfalls nur bei den Männern steigerte eine Kontaktallergie die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Asthma um mehr als das Vierfache.

Umgebungsfaktoren oder genetische Prädisposition?

Eine signifikante Assoziation mit einem inzidenten Heuschnupfen ließ sich jedoch bei keinem der beiden Geschlechter ausmachen. Ob die Assoziation zwischen Nickel-Kontaktallergie und Giemen auf Umgebungsfaktoren und genetischer Prädisposition beruht oder darauf, dass sich Mechanismen von Typ-I­- und Typ-IV-Allergie überschneiden, muss noch geklärt werden­.

Quelle: Kolberg L et al. ERJ Open Res 2020; 6: 00178-2019; DOI: 10.1183/23120541.00178-2019


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