Vor der Tuberkulosetherapie die Sensitivität messen

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Die Tuberkulose-Erreger lassen sich nicht so einfach vertreiben. Das Rückfallrisiko ist daher relativ hoch. © fotolia/Kateryna_Kon

Der Erfolg der Tuberkulosetherapie lässt sich mit der minimalen Hemmkonzen­tration gängiger Antituberkulostatika vorhersagen. Patienten mit hohen Werten könnten zukünftig von einer angepassten Behandlung profitieren.

Rund 5 % der Patienten erleiden nach sechs Monaten Erstlinientherapie einen Rückfall genauso wie rund 20 % der Patienten rund vier Monate nach einer Kurzzeitbehandlung. Selbst wenn die Standard-Cut-off-Werte für das therapeutische Ansprechen eingehalten werden, wird eine abgestufte Empfindlichkeit von Mycobacterium tuberculosis gegen gängige Therapeutika wie Isoniazid und Rifampicin vermutet, schreiben Dr. Roberto Colangeli, Department of Medicine, Rutgers-New-Jersey Medical School Newark, und Kollegen.

Ihre Analyse einer Sub-Kohorte der Tuberculosis Trial Consortium Study 22 bestätigt den Verdacht anhand der prätherapeutisch untersuchten minimalen Hemmkonzentration (MIC) der Erreger. Bei den 117 Testpersonen waren höhere MIC-Werte der Tuberkelbazillen signifikant mit einem größeren Rückfallrisiko nach Abschluss der Therapie behaftet, das auch unter Berücksichtigung anderer Rückfallauslöser konstant blieb. Die Ergebnisse ließen sich in einer Validierungskohorte bestätigen.

Längere Therapie, höhere Dosis, potenterer Wirkstoff?

Die Bestimmung der prätherapeutischen MIC ist für die Autoren ein wichtiger Schritt um die Tuberkulosetherapie zu verbessern. Weitere Studien müssen zeigen, welche Optionen für Patienten mit hohen MIC-Werten zukünftig infrage kommen. Dr. Colangeli und Kollegen vermuten, dass es bereits helfen könnte, die Therapie über die üblichen sechs Monate hinaus zu verlängern. Es sei auch denkbar, dass höhere Dosierungen der gängigen Medikamente einen besseren Effekt zeigen – genauso wie zukünftige, neue und vielleicht potentere Alternativen.

Quelle: Colangeli R et al. N Engl J Med 2018; 379: 823-833