Adipositas und Übergewicht als Hauptrisikofaktoren für Lebererkankungen

Autor: Maria Weiß

Ein Viertel der Weltbevölkerung weist eine NAFLD auf. Besonders Diabetiker sind betroffen. © iStock/Moussa81

Zunehmende Fälle von NAFLD und NASH stellen ein weltweites Problem und eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Selbst Kinder sind zu einem nicht geringen Prozentsatz bereits von einer Steatose der Leber betroffen.

Weltweit liegt die Prävalenz der Nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) heute bei ca. 25 %, so Professor Dr. Zobair Younossi, Inova Fairfax Hospital, Virginia, USA. Von Patienten mit Typ-2-Diabetes ist sogar mehr als jeder zweite betroffen. Am höchsten ist die Prävalenz der Stea­tose im Nahen Osten mit 31,8 % und in Südamerika mit 30,5 % – am niedrigsten in Afrika mit 13,5 %.

Die Prävalenz der prognostisch deutlich ungünstigeren Nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) wird in der Allgemeinbevölkerung weltweit auf 1,5–6,5 % geschätzt, unter Patienten mit Typ-2-Diabetes steigt sie auf 37 %, so Prof. Younossi. In Europa liegt die Prävalenz der NAFLD bei 20–30 %, wobei Deutschland hier mit führend ist. Etwa 3 % der Bevölkerung in Europa leiden unter einer NASH.

Mit jedem BMI-Punkt steigt das Risiko

Erschreckend sei, dass weltweit auch schon 7–10 % der Kinder eine NAFLD aufweisen, in Südamerika wird die Rate sogar auf 25 % geschätzt. Jungen sind hier deutlich häufiger betroffen und Übergewicht und Adipositas sind die wichtigsten Risikofaktoren.

Auch in Asien ist der Vormarsch der Fettleber besorgniserregend. So ist z.B. die Prävalenz in Indonesien von 7,9 % in den Jahren 2013–2015 auf 51,5 % im Jahr 2019 gestiegen, wobei hier auffälligerweise vermehrt auch schlanke Menschen betroffen sind.

Ansonsten zeigt sich aber ein starker Zusammenhang zwischen der weltweiten Zunahme von Übergewicht und Adipositas und der Fettleberproblematik. Mit jedem BMI-Punkt steigt das Risiko für eine NAFLD um 13–38 %, mit jedem Zentimeter mehr Taillenumfang um 3–10 %. Folgende unabhängige Risikofaktoren für eine NAFLD haben sich darüber hinaus herauskristallisiert:

  • höheres Alter
  • männliches Geschlecht
  • hispanische Abstammung
  • Adipositas
  • Typ-2-Diabetes
  • Hypercholesterinämie

Zunahme der Fettleber-bedingten Mortalität

Die hohe Prävalenz an NAFLD und NASH bleibt nicht ohne Folgen. So kommt es zu einer Zunahme von NAFLD-assoziierten Todesfällen durch Zirrhose und Leberversagen. In den USA ist die Fettleber die am schnellsten ansteigende Ursache für Lebererkrankungen und zunehmend Grund für eine Lebertransplantation.

Auch schlanke Menschen (BMI ≤ 25 kg/m²) mit NAFLD sind gefährdet. In einer Kohorte von 5375 schlanken Teilnehmern der NHANES-III-Studie wiesen 10,8 % eine NAFLD auf. Auch hier waren höheres Alter, männliches Geschlecht, Diabetes, hohes Cholesterin und Hypertonie die wichtigsten Risikofaktoren und NAFLD war auch mit einer signifikant höheren Gesamtmortalität und kardiovaskulären Sterblichkeit verbunden.

Quelle: International Conference on Fatty Liver 2019