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Asthma: Per Kaiserschnitt geborene Kinder erkranken häufiger

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Kinder, die per Kaiserschnitt geboren werden, haben eine weniger vielfältige Darmflora. Kinder, die per Kaiserschnitt geboren werden, haben eine weniger vielfältige Darmflora. © iStock/mvaligursky
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Kaiserschnitt-Babys haben anfangs eine andere Darmflora als vaginal geborene Kinder. Wenn sich die Zusammensetzung nicht normalisiert, droht ihnen später ein Asthma.

Per Sectio Geborene schweben in erhöhter Gefahr für verschiedene spätere Erkrankungen. Eine davon: das Asthma. Als Grund vermutet man die Zusammensetzung der Darmflora. Ob diese Hypothese zutrifft, haben Forscher aus Dänemark und den USA in einer prospektiven Kohortenstudie geprüft.

Dazu zogen sie die Stuhlproben von insgesamt 700 Säuglingen heran, die im Rahmen der Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood 2010 im Laufe des ersten Lebensjahres gesammelt und archiviert worden waren. Zudem wurden die Kinder in den ersten sechs Lebensjahren regelmäßig klinisch untersucht.

Nach einer Woche unterschied sich die Darmflora der 151 (22 %) per Sectio caesarea geborenen Kinder kaum von der anderer Säuglinge. Nach einem Monat aber hatten die vaginal Geborenen in puncto Artenvielfalt klar die Nase vorn.

Mikrobiom normalisiert sich nicht bei jedem Sectio-Baby

Als Grund für das reichhaltigere Mikrobiom vermuten die Forscher die Aufnahme von Bakterien bei der Passage durch die Vagina. Die meis­ten Kaiserschnitt-Babys konnten den „Rückstand“ allerdings innerhalb des ersten Lebensjahres aufholen. Einigen allerdings blieb die als Sectio-Signatur bezeichnete Zusammensetzung erhalten. Jeder Fünfte mit einem hohen Score – d.h. größter Ähnlichkeit mit der Signatur zur Geburt – entwickelte bis zum Alter von 6 Jahren ein Asthma. Bei Einjährigen mit einem niedrigen Score lag die Inzidenz dagegen ähnlich hoch wie nach vaginaler Entbindung (7 % vs. 6 %). Offenbar steigt die Asthmaneigung bei Kaiserschnitt-Kindern, wenn sich die Darmflora nicht innerhalb des ersten Lebensjahres normalisiert.

Quelle: Stokholm J et al. Sci Transl Med 2020; 12: eaax9929; DOI: 10.1126/scitranslmed.aax9929

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