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Auch bei Basilaristhrombose die endovaskuläre Intervention erwägen

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Rein ins verstopfte Gefäß: Die Interventionsgruppe hatte ein besseres funktionelles Ergebnis. Rein ins verstopfte Gefäß: Die Interventionsgruppe hatte ein besseres funktionelles Ergebnis. © Axel Kock – stock.adobe.com
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Nicht nur beim ischämischen Schlaganfall im anterioren Versorgungsgebiet zeigt eine endovaskuläre Intervention Nutzen. Auch Patienten mit akutem Verschluss der Arteria basilaris profitieren von den invasiven Verfahren.

Um Nutzen und Sicherheit endovaskulärer Interventionen bei Basilararterienthrombose zu klären, haben Wissenschaftler die Gesundheitsdaten von 829 Schlaganfallpatienten ausgewertet. Alle Betroffenen wurden zwischen 2014 und 2019 wegen eines akuten, symptomatischen, radiologisch gesicherten Verschlusses der Arteria basilaris in einer von 47 Schlaganfallkliniken in China behandelt. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Ereignis erfolgte die Therapie entweder

  • nach dem jeweils besten medikamentösen Standard (intravenöse Thrombolyse, Thrombozytenaggregationshemmung, systemische Antikoagulation bzw. verschiedene Kombinationen davon) oder
  • zusätzlich zum medikamentösen Standard mit einer endovaskulären Intervention. Die Verfahren umfassten die mechanische Thrombektomie mittels Stent-Retriever und/oder die Thrombusaspiration, die Ballon­angioplastie, das Stenting, die intraarterielle Thrombolyse und Kombinationen der genannten Maßnahmen.

Nur eine Minderheit der Patienten (n = 182) erhielt ausschließlich die Standardtherapie. Das Gros wurde mit dem medikamentösen Standard plus endovaskulärer Intervention behandelt.

Die Wissenschaftler um den Neurologen Dr. Qingwu Yang vom Xinqiao Hospital in Chongqing fanden 90 Tage nach dem Ereignis ein signifikant besseres funktionelles Ergebnis (gemessen anhand der modifizierten Rankin-Skala), wenn die Patienten ergänzend die endovaskuläre Therapie bekommen hatten. Mit fünf gegenüber sechs Punkten war das Resultat jedoch immer noch schlecht.

Unter Standardtherapie fast dreimal so hohe Mortalität

Allerdings lag der Anteil derjenigen mit akzeptablem Outcome in der Gruppe mit Zusatztherapie signifikant höher (32 % vs. 9,3 %). Diese Patienten erreichten maximal drei Rankin-Skala-Punkte, was der Fähigkeit entspricht, selbstständig zu gehen.

In der Interventionsgruppe kam es zwar zu wesentlich mehr symptomatischen intrazerebralen Blutungen (7,1 % vs. 0,5 %), diese wirkten sich aber nicht auf die Sterblichkeit aus. Sie lag, nach statistischer Korrektur, in der ausschließlich mit Medikamenten behandelten Gruppe fast dreimal so hoch.

Quelle: Writing Group for the BASILAR Group. JAMA Neurol 2020; DOI: 10.1001/jamaneurol.2020.0156


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