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Brustkrebs: Diabetesgerechte Ernährung hält die Mortalität niedrig

Autor: Birgit-Kristin Pohlmann

Freut den Blutzucker: viele Ballaststoffe, gesunde Fette und wenig Zucker. Freut den Blutzucker: viele Ballaststoffe, gesunde Fette und wenig Zucker. © iStock/Andrej Rutar
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Mit komplexen Kohlenhydraten, Nüssen und Früchten können Brustkrebs­patientinnen ihr Sterberisiko­ im Vergleich zu einer weniger diabeteskonformen Kost offenbar um ein Drittel senken. Dafür reicht eine Ernährungs­umstellung ab der Diagnose aus.

Brustkrebspatientinnen tragen ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2. Wir wollten wissen, wie sich eine diabetesgerechte Ernährung auf das Überleben dieser Frauen auswirkt“, erklärte Dr. Tengteng­ Wang­ von der Harvard Medical School in Bos­ton.1 Die Epidemiologin und ihr Team analysierte dazu die Daten von 8320 Frauen mit diagnostiziertem Mammakarzinom der Stadien I-III. Diese waren Teil der beiden US-amerikanischen Kohortenstudien Nurses’ Health Study I und II.

Um den potenziellen Einfluss der Ernährung auf das Überleben abzuschätzen, ermittelten die Forscher die Adhärenz der Teilnehmerinnen gegenüber diabetesgerechter Lebensmittel anhand eines DRRD*-Scores. Dieser gewichtet Faktoren wie Ballaststoffzufuhr, den Genuss von Kaffee, Nüssen und Früchten sowie das Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren. Median 13 Jahre nach der Brustkrebs­diagnose waren 2146 der 8320 Teilnehmerinnen gestorben, 948 von ihnen an ihrem Tumor.

Östrogenrezeptor-Status und Tumorstadium ohne Einfluss

Frauen, die sich ab ihrer Diagnose konsequent diabetesgerecht ernährten – also im höchsten Quantil des DRRD-Scores lagen – hatten ein um 13 % geringeres brustkrebs­assoziiertes Sterberisiko als Patientinnen im untersten Quantil (Hazard Ratio [HR] 0,87; p-trend = 0,13). Ihre Gesamtmortalität lag um 31 % niedriger (HR 0,69; p-trend < 0,0001). Die Effekte waren unabhängig vom Östrogenrezeptor-Status und dem Tumorstadium.

Hatten sich die Frauen vor der Diagnose „schlecht“ ernährt und ab diesem Zeitpunkt „gut“, reduzierte sich ihr brustkrebsassoziiertes Sterberisiko um 20 % verglichen mit Patientinnen, die durchgehend kaum auf ihre Ernährung achteten. Wer permanent zu diabetes­gerechten Lebensmitteln gegriffen hatte, konnte die Wahrscheinlichkeit um 9 % verringern. Bei Frauen, die erst seit der Erkrankung nicht mehr diabetes­konform aßen, reduzierte sich das brustkrebsbezogene Sterberisiko um 8 %. Die Gesamtmortalität sank abhängig vom Essverhalten um 14 %, 18 % bzw. 4 %.

Maßgeblichen Einfluss auf diesen Zusammenhang könnte der glyk­ämische Index bzw. die glykämische Last haben.2 Charlotte­ Debras­, Universität Paris, präsentierte erste Ergebnisse der seit 2009 laufenden NutriNet-Santé-Studie, für die mehr als 81 000 Frauen regelmäßig Angaben zu ihrem Lebensstil machen.

Die Daten, die auf einer Beobachtung von median 7,7 Jahren basieren, unterstreichen die Bedeutung einer möglichst geringen Zufuhr stark zuckerhaltiger Lebensmittel. Das Krebsrisiko – insbesondere für ein Mammakarzinom – lag bei Frauen mit der höchsten glykämischen Last deutlich über dem der Teilnehmerinnen mit den niedrigsten Werten. Dies galt vor allem für postmenopausale Patientinnen (HR 1,64; p = 0,03).

*diabetes risk reduction diet

Quellen:
1. Wang T et al. San Antonio Breast Cancer Symposium 2020 virtual; GS2-09
2. Debras C et al. A.a.O.; GS2-07

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