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COVID-19: Raucher haben häufiger symptomatische Verläufe

Autor: Tim Förderer

Raucher zeigen häufiger COVID-19-Symptome wie Kurzatmigkeit, Fieber und Husten und erkranken schwerer als Nichtraucher. Raucher zeigen häufiger COVID-19-Symptome wie Kurzatmigkeit, Fieber und Husten und erkranken schwerer als Nichtraucher. © serhii – stock.adobe.com
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Raucher leiden häufiger unter klassischen COVID-19-Symptomen als Nichtraucher. Zudem scheint die Erkrankung bei ihnen schwerer zu verlaufen.

Aktive Raucher haben ein deutlich höheres Risiko, schwere COVID-19-Symptome zu entwickeln als Nichtraucher. Das hat ein Team um Dr. Nicholas­ Hopkinson­ vom Imperial College London herausgefunden. Dafür analysierten die Wissenschaftler die Daten der britischen COVID-Symptom-Study-App, bei der über 2,4 Millionen User Angaben zu ihrem aktuellen Wohlbefinden bzw. zu vorliegenden Beschwerden machten. Außerdem wurden die Nutzer gefragt, ob sie aufgrund ihrer Symptome ein Krankenhaus aufgesucht hatten, ob sie vermuteten, an COVID-19 erkrankt zu sein sowie ob sie auf SARS-CoV-2 getestet worden waren.

11 % der Teilnehmer waren Raucher. Insgesamt 35 % (ca. 830 000) erklärten, sich krank zu fühlen und unter mindestens einem typischen COVID-19-Symptom zu leiden. Das klassische Beschwerdetrio aus Kurzatmigkeit, Fieber und Husten wurde um 11 % häufiger von Menschen genannt, die zum Glimmstängel greifen. Zudem gaben Nikotinkonsumenten 1,5-mal öfter an, unter mehr als zehn Beschwerden zu leiden. Sie hatten also nicht nur häufiger Symptome als Abstinenzler, sondern erkrankten auch schwerer. Unter den Patienten, die positiv auf das Virus getestet worden waren, hatten Raucher mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit mehr als zehn Symptome (Odds Ratio = 1,42) und mussten eher hospitalisiert werden (OR = 2,11) als Nichtraucher.

Interessanterweise erhielten Raucher in dieser Studie seltener ein positives PCR-Ergebnis als Konsumenten (OR = 0,73). Es sei zwar im Prinzip möglich, dass der Zigarettenkonsum vor einer Infektion schütze, schreiben die Autoren. Vielleicht handle es sich bei diesem Ergebnis aber auch einfach um eine statistische Verzerrung.

Quelle: Hopkinson NS et al. Thorax 2021; DOI: 10.1136/thoraxjnl-2020-216422

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