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Dunkle Fettzellen schützen das Herz

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Braunes Fett verbrennt Energie und könnte Ansätze zur Adipositastherapie liefern. Braunes Fett verbrennt Energie und könnte Ansätze zur Adipositastherapie liefern. © iStock/JOSE LUIS CALVO MARTIN & JOSE ENRIQUE GARCIA-MAURIÑO MUZQUIZ
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Weißes Fett macht krank, braunes ist gesund: Das weiß man aus Untersuchungen mit Neugeborenen und Tieren. Jetzt gibt es Daten zu Erwachsenen, die die günstigen Effekte des dunkleren Gewebes bestätigen.

Braunes Fett verbrennt Energie und könnte Ansätze zur Adipositastherapie liefern. Doch Studien dazu gestalten sich schwierig, weil sich das Gewebe nur in PET-Scans gut darstellt. Die aber sind teuer und gehen mit einer Strahlenbelastung einher.

Forscher kamen nun auf die Idee, Scans aus einem Krebszentrum zu nutzen. Sie werteten die Aufnahmen von rund 52 000 Patienten aus, bei knapp 10 % von ihnen fand sich das braune Fett. Zugleich war die Prävalenz für einen Typ-2-Diabetes (4,6 % vs. 9,5 %) bei diesen Menschen vermindert. Auch abnorme Cholesterinwerte (18,9 % vs. 22,2 %) waren seltener, das Risiko für KHK, zerebrovaskuläre Krankheiten, kongestive Herzinsuffizienz und Hypertonie zeigte sich deutlich reduziert.

Die Effekte waren bei Übergewichtigen besonders ausgeprägt. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass das braune Fettgewebe die negativen Einflüsse des weißen abschwächen kann.

Quelle: Becher T et al. Nat Med 2021; 27: 58-65; DOI: 10.1038/s41591-020-1126-7


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