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Fit im Alter mit Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Krafttraining?

Autor: Dr. Judith Lorenz

Bei mobilen, gesunden Senioren werden die Supplemente nicht benötigt. Bei mobilen, gesunden Senioren werden die Supplemente nicht benötigt. © iStock/anilakkus; iStock/repinanatoly
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Wer kennt es nicht, das Versprechen „so bleiben Sie auch im Alter fit“?. Aber was taugen populäre Strategien wie Vitamin-D- und Folsäuresupplementation oder Kraftsport wirklich?

Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Menschen mit altersbedingten Erkrankungen bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln. Wie können sich Senioren also langfristig gesund halten? Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Krafttraining allein oder in Kombination erfüllen die diesbezüglich in sie gesetzten Hoffnungen zumindest nicht, wie eine an sieben Zentren in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Portugal und Österreich durchgeführte Untersuchung belegt.

An der DO-HEALTH-Studie nahmen rund 2160 Menschen im Alter über 70 Jahre teil, die in den vorangegangenen fünf Jahren keine größeren gesundheitlichen Probleme gehabt hatten. Alle Probanden waren mobil und im Wesentlichen ohne kognitive Defizite. Etwa ein Achtel der Senioren nahm über den dreijährigen Untersuchungszeitraum sowohl Vitamin-D- als auch Omega-3-Fettsäure-Supplemente ein und absolvierte ein Krafttraining. Die Senioren der übrigen, ähnlich großen Studiengruppen erhielten eine der drei Einzelinterventionen, eine Doppelkombination oder bildeten die Placebo-Kontrollgruppe.

Gesunde Senioren brauchen keine der drei Interventionen

Weder die individuellen Interventionen noch ihre Kombination wirkten sich günstig auf Blutdruck, Frakturrisiko oder körperliche Leistungsfähigkeit der Probanden aus, lauten die Ergebnisse der Studie. Auch im Hinblick auf die kognitive Funktion und die Infektionsrate stellte man keinen signifikanten Nutzen fest.

Angesichts der Ergebnisse halten die Studienautoren die Vitamin-D- und Omega-3-Fettsäure-Substitution bzw. ein Krafttraining unter dem Aspekt der kardiovaskulären, muskuloskelettalen, kognitiven und immunologischen Gesundheit bei Senioren ohne Komorbiditäten nicht für gerechtfertigt.

Quelle: Bischoff-Ferrari HA et al. JAMA 2020; 324: 1855-1868; DOI: 10.1001/jama.2020.16909

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