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Eignet sich das Smartphone zur Patientenbeobachtung?

Autor: Michael Brendler

Ein Großteil der Patienten ließ die App aktiviert. Ein Großteil der Patienten ließ die App aktiviert. © iStock/SrdjanPav
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Die meisten Deutschen tragen ein Smartphone mit sich herum. Diese Tatsache lässt sich in der medizinischen Betreuung sinnvoll nutzen – zum Beispiel, um die körperliche Aktivität von Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus aufzuzeichnen.

Gerade mal 46,5 % der Menschen sind bereit, ein halbes Jahr ein Fitnessarmband oder ein ähnliches Gerät zu tragen. Zumindest gilt das, wenn ihnen Ärzte nach einem Krankenhausaufenthalt vorschlagen, mithilfe dieser sogenannten Wearables ihre körperliche Aktivität zu monitoren.

Womöglich lassen sich diese Quoten heben, wenn die Bewegungserfassung von einem Gerät übernommen wird, das die meisten Menschen ohnehin in ihrem Alltag begleitet: dem Smartphone. Das haben sich Dr. Mitesh S. Patel von der University of Pennsylvania und Kollegen überlegt und 500 aus zwei Kliniken in Philadelphia frisch entlassene Patienten entweder mit einem Wearable ausgerüstet oder eine App auf ihren Smartphones installiert, die die körperliche Aktivität und andere gesundheitsrelevante Daten erfasst.

Ein Großteil der Patienten ließ die App aktiviert

Bereits nach 90 Tagen gab es einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Gruppen: Während bei 77,6 % der Patienten die App zu dieser Zeit noch immer aktiv war, hatten in der anderen Gruppe inzwischen 32,4 % ihr Armband abgelegt. Nach 180 Tagen waren noch 61,2 % der Apps im Dienst, dasselbe galt nur für 46,5 % der Fitnessarmbänder.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Smartphones sich dafür eignen könnten, das Gesundheitsverhalten von Patienten auch nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus zu überwachen“, lautet die Schlussfolgerung der Autoren. Das Smartphone beschränke sich dabei allerdings, im Gegensatz zu Wearables, auf Bewegungsdaten. Parameter wie Schlafdauer oder Herzfrequenz lassen sich damit nicht erfassen. Ob sich die mittels Smartphone erhobenen Daten also tatsächlich auch sinnvoll nutzen lassen, müssten zukünftige Untersuchungen zeigen, so die Autoren.

Quelle: Patel MS et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e1920677; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2019.20677

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