Epley-Manöver: Drehen gegen Lagerungsschwindel

Autor: Dr. Susanne Gallus

Einmal drehen und der Schwindel ist weg. © iStock.com/dmbaker

Auch in der Hausartzpraxis lässt sich die Lagerungsübung nach Epley durchführen. Einige rasch ausgeführte 90°-Drehungen des Kopfes um verschiedene Achsen sollen dabei die Otolithen aus den Bogengängen hinaus befördern.

An der Studie zur Effektivität des Epley-Manövers nahmen 138 Personen teil. Voraussetzung war ein subjektiver oder objektiver positiver Lagerungsschwindel mit oder ohne Nystagmus. In dem doppelblinden, placebokontrollierten Setting wurde gegen ein Schein-Manöver getestet. Alle Patienten erhielten zusätzlich Betahistin. Die Wissenschaftler untersuchten mittels der Dix-Hallpike-Lagerungsprobe, ob die Patienten auch eine Woche, einen Monat oder ein Jahr nach der Epley-Übung schwindelfrei waren.

Epley-Manöver – So geht‘s

Der Patient sitzt auf der Liege und dreht den Kopf um 45° in Richtung des erkrankten Ohrs. Dann legt er sich rasch zurück und hält diese Position bei leicht überstrecktem Kopf für 20–30 Sekunden. Danach dreht er den Kopf um 90° in die entgegengesetzte Richtung und verharrt 20–30 Sekunden, um dann den Kopf mit dem gesamten Körper für 20–30 Sekunden um weitere 90° auf die Seite zu drehen. Der Blick ist jetzt schräg auf die Unterlage gerichtet. Aus dieser Position muss er sich direkt aufsetzen. Zum Schluss sitzt er auf der seitlichen Kante der Liege.

Quelle: Kerber KA et al. Neurology 2012; 79: 376-380

Schon einmal ist besser als keinmal

Es zeigte sich, dass die einmal durchgeführte Lagerungsübung signifikant effektiver war als das Scheinmanöver. Außerdem reduzierte sie bei den Patienten mit zusätzlichem Nystagmus den subjektiv empfundenen Schweregrad des Schwindels.

Quelle: Moreno JLB et al. Br J Gen Pract 2018; 69: e52-e60