Erhöhtes PAVK-Risiko bei Patienten mit Diabetes und KHK

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Liegt bei Diabetespatienten auch eine KHK vor, steigt das PAVK-Risiko zusätzlich. Liegt bei Diabetespatienten auch eine KHK vor, steigt das PAVK-Risiko zusätzlich. © BUSLIQ – stock.adobe.com

Menschen mit Diabetes haben ohnehin ein erhöhtes Risiko für eine PAVK und damit verbunden Revaskularisierungen und Amputationen. Liegt neben dem Diabetes noch eine KHK vor, sieht die Situation deutlich schlechter aus.

Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für eine PAVK, verbunden mit überdurchschnittlich häufigen Eingriffen zur Revaskularisation sowie Amputationen. Wissenschaftler prüften nun, welchen Einfluss eine KHK auf die Häufigkeit beider Interventionen bei Diabetikern hat. Einbezogen waren 118.787 Dänen, die sich zwischen 2003 und 2016 einer Koronarangiographie unterzogen hatten. Stratifiziert nach Diabetes- und KHK-Status analysierte man die Krankheitsverläufe über einen Zeitraum von median 6,9 Jahren.

Verglichen mit den gesunden Patienten (weder Diabetes noch KHK) hatten Patienten mit nur Diabetes ein höheres Risiko für eine PAVK (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 1,73), Revaskularisierungen an den unteren Extremitäten (aHR 1,55) sowie Amputation der unteren Extremitäten (aHR 5,51). Bei Patienten mit einer alleinigen KHK waren die Risiken für eine PAVK oder Amputation um das 2,5-Fache bzw. 1,8-Fache erhöht, bei Vorliegen von Diabetes plus KHK stiegen diese Risiken auf das 3,9- bzw. 9,5-Fache an.

Amputationsrate schnellte bei Doppelbelastung hoch

Diabetiker haben bereits ohne begleitende KHK ein höheres Risiko für Revaskularisierung und Amputation, das nur geringfügig unter dem von KHK-Patienten liegt. Das gemeinsame Vorliegen lässt die Rate von PAVK und therapeutischen Eingriffen nochmals in die Höhe schnellen. Patienten mit einer solchen Doppelbelas­tung benötigen ein engmaschiges Screening und eine entsprechende Behandlung von arteriellen und mikrovaskulären Störungen, schreiben die Forscher.

Quelle: Olesen KKW et al. BMJ Open Diabetes Res Care 2021; 9: e001803; DOI: 10.1136/bmjdrc-2020-001803