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Früher Typ-2-Diabetes erhöht das Demenzrisiko

Autor: Sabine Mattes

Siebzigjährige, die schon länger als zehn Jahre an der Zuckerkrankheit litten, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für den kognitiven Abbau. Siebzigjährige, die schon länger als zehn Jahre an der Zuckerkrankheit litten, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für den kognitiven Abbau. © iStock/PIKSEL
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Je früher ein Typ-2-Diabetes beginnt, um so mehr schadet er den kognitiven Fähigkeiten. Das ergab eine aktuelle Studie.

Etwa jeder Fünfte über 65 Jahre leidet an einem Diabetes mellitus und das Durchschnittsalter der Betroffenen sinkt beständig. Die Zusammenhänge von frühem Krankheitsbeginn und vaskulären Komplikationen sind bekannt, weniger weiß man bisher zum Demenzrisiko. Das war nun Gegenstand einer Studie.

Dr. Claudio Barbiellini Amidei von der Universität Paris und Kollegen verfolgten eine Kohorte von 10 095 Menschen über einen medianen Zeitraum von 32 Jahren. Insgesamt entwickelten 17 % der Probanden im Verlauf einen Typ-2-Diabetes und von ihnen wiederum 9 % eine Demenz. Siebzigjährige, die schon länger als zehn Jahre an der Zuckerkrankheit litten, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für den kognitiven Abbau als gleichaltrige Stoffwechselgesunde (Hazard Ratio, HR 2,12). Waren sie bereits seit sechs bis zehn Jahren betroffen, trugen sie ein um 49 % höheres Risiko (HR 1,49), bei einer Krankheitsdauer von fünf oder weniger Jahren lag es um 11 % höher (HR 1,11).

Die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz korrelierte über alle untersuchten Altersklassen hinweg mit der Diabetesdauer. Im Alter von 70 Jahren war die Gefahr pro fünf Jahre vorausgegangenem Diabetes um knapp ein Viertel größer. Die gute Nachricht: Konnte die Stoffwechselerkrankung auf der Vorstufe gehalten werden, zeigte sich kein signifikanter Unterschied zu Nicht-Diabetikern.

Quelle: Barbiellini Amidei C et al. JAMA 2021; 325: 1640-1649; DOI: 10.1001/jama.2021.4001

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