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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Demenzrisiko?

Autor: Dr. Daniela Erhard

Die Schlafdauer könnte tatsächlich Einfluss auf die Entstehung kognitiver Beeinträchtigungen haben. Die Schlafdauer könnte tatsächlich Einfluss auf die Entstehung kognitiver Beeinträchtigungen haben. © iStock/LaylaBird
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Wie lange jemand täglich schläft, scheint mit der Hirnfunktion zu korrelieren. Dies haben japanische Wissenschaftler bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen beobachtet.

Bis es gelingt, eine wirksame Therapie demenzieller Erkrankungen zu entwickeln, müssen sich Ärzte darauf konzentrieren, den Gedächtnisverlust so weit wie möglich einzudämmen. Ein Hebel, den sie dabei bedienen können, ist die Optimierung des Schlafes. Passend dazu veröffentlichten japanische Wissenschaftler kürzlich die Ergebnisse einer Studie, die auf einen Zusammenhang zwischen der täglichen Schlafdauer und der Hirnfunktion hindeuten.

Das Team um Dr. Noriyuki­ Kimura­ von der Universität Oita hatte 118 Einwohner der Stadt Usuki untersucht, die durchschnittlich etwa 76 Jahre alt waren und im Mini-Mental-Status-Test median 26 von 30 Punkten erzielt hatten, also leicht kognitiv beeinträchtigt waren. Für die Studie wurden die Teilnehmer mit sogenannten Wearables ausgestattet. Die kleinen Computer zeichneten ein Jahr lang alle drei Monate für rund acht Tage die Bewegungen, Gesprächszeiten sowie Schlafdauer und -qualität der Probanden auf. Als die Forscher diese Daten mit dem zerebralen Glukosestoffwechsel und den Amyloidablagerungen der Probanden abglichen, ergab sich einzig bei der Schlafdauer ein Zusammenhang.

Im Schnitt schlummerten die Teilnehmer täglich fast sieben Stunden. Kurzschläfer wiesen dabei einen höheren Glukosestoffwechsel auf als Langschläfer. Die Aufnahme des Radiotracers Fluordesoxyglucose ging mit zunehmender Ruhezeit kontinuierlich zurück. Ein ähnliches Muster fand sich bei der Amyloidbelastung – jedoch erst ab einer Gesamtschlafzeit von rund 5,5 Stunden. Ab dieser Mindestdauer ließ sich immer weniger Pitsburgh-Verbindung B als Marker für β-Amyloid bei den Probanden nachweisen, je länger diese schliefen.

Ergebnisse früherer Studien bestätigt

Schon frühere Studien deuteten darauf hin, dass unter chronischem Schlafmangel mehr Amyloid produziert und weniger abgebaut wird. Die Schlafdauer könnte also tatsächlich Einfluss auf die Entstehung kognitiver Beeinträchtigungen haben.

Quelle: Kimura N et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e205719; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.5719

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