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Sexuelle Gewalt Hypertonierisiko erhöht sich langfristig

Autor: Prof. Dr. Lutz Heinemann

Innerhalb von sieben Jahren entwickelte rund jede fünfte Frau eine Hypertonie. Innerhalb von sieben Jahren entwickelte rund jede fünfte Frau eine Hypertonie. © iStock/FatCamera
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Sexuelle Gewalt hat nicht nur gravierende psychische Folgen – auch das Herz leidet.

Wer Opfer von sexuellen Übergriffen wurde oder am Arbeitsplatz sexuelle Belästigungen erfahren hat, leidet langfristig häufiger unter Bluthochdruck. Dies konnten US-amerikanische Wissenschaftler anhand der Daten von 33.127 Teilnehmerinnen der Nurses’ Health Study II zeigen. Die vorwiegend weißen Krankenschwestern waren zu Beginn der Substudie 2008 im Durchschnitt 53 Jahre alt und wiesen normale Blutdruckwerte auf. In einem Fragebogen machten sie Angaben zu vorangegangenen traumatischen Ereignissen, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Depressionen.

Nicht-sexuelle Traumata hatten keinen Einfluss

Innerhalb von sieben Jahren entwickelte rund jede fünfte Frau eine Hypertonie (definiert als Druckwerte > 130/90 mmHg). Im Vergleich zu Krankenschwestern ohne sexuelle Traumata hatten diejenigen, die schon mal einem derartigen Übergriff ausgesetzt waren, ein um 11 % erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz steigerte die Gefahr um 15 %. Frauen, die beides erlebt hatten, zeigten sogar ein um 21 % höheres Hochdruckrisiko. Depressionen, PTBS und andere Traumata ohne sexuellen Kontext blieben ohne Einfluss auf den Blutdruck. 

Quellen:
1. Lawn et al. Am Heart Assoc 2022; 11: e023015; DOI: 10.1161/JAHA.121.023015
2. Pressemitteilung American Heart Association

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