Anzeige
Anzeige

Inkontinenz und erektile Dysfunktion nach Prostatektomie vermeiden

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Nach einer karzinom­bedingten Prostatektomie leiden viele Männer an Harninkontinenz und/oder erektiler Dysfunktion (ED). Nach einer karzinom­bedingten Prostatektomie leiden viele Männer an Harninkontinenz und/oder erektiler Dysfunktion (ED). © iStock/Aramyan
Anzeige

Nach einer Prostata-OP leiden viele Männer an Inkontinenz oder Erektionsstörungen. Dennoch nutzen sie die zugelassenen Therapieoptionen häufig nicht.

Nach einer karzinom­bedingten Prostatektomie leiden viele Männer an Harninkontinenz und/oder erektiler Dysfunktion (ED). Denn die längst vorhandenen Therapiemöglichkeiten werden meist nicht genutzt. In der deutschen HAROW*-Studie gaben knapp 1000 Patienten mit lokalisiertem Karzinom (≤ T2c) Auskunft über eine etwaige Inkontinenz- oder ED-Therapie. Rund sechs Jahre nach der radikalen Prostatektomie litten 14 % dieser Männer an unfreiwilligem Harnverlust. Aber nur ein Viertel der Betroffenen hatte sich deshalb einer OP unterzogen. Von den nicht chirurgisch sanierten Patienten klagten 41 % über eine verschlechterte psychische Gesundheit mit eingeschränkter Lebensqualität.

Keine Tabletten trotz erektiler Dysfunktion

Wenn eine Inkontinenz nach einem Jahr konservativer Behandlung fortbesteht, sollte dem Patienten eine Operation angeboten werden, schreibt das Team um den Urologen Dr. Martin­ Baunacke­ vom Universitätsklinikum Dresden. Das Spektrum reicht inzwischen von der Harnröhrenschlinge bis zum künstlichen Sphinkter.

Auch beim Management der erektilen Dysfunktion lag einiges im Argen. Noch nicht einmal die Hälfte der weiterhin an Sex interessierten Männer mit ED hatte jemals eine spezifische Therapie wie PDE-5-Hemmer ausprobiert. Ein Drittel der Unbehandelten litt aufgrund ihrer Impotenz an ernsthaften Problemen. Sie kämpften mit Ängsten und Depressionen und einer empfindlich reduzierten Lebensqualität.

Umso wichtiger ist es, Männer, die unter dem Verlust ihrer Manneskraft leiden, gezielt für eine Therapie zu motivieren. Doch das scheitert oft schon an der Kommunikation. So wird Studien zufolge nur etwa die Hälfte der Patienten während der Tumornachsorge überhaupt nach Symptomen einer ED gefragt. Denn viele Urologen vermuten, dass ein großer Teil der Betroffenen gar keine Behandlung wünscht. Dabei waren es in einer Umfrage unter deutschen Betroffenen nur etwa 29 %, die sich gegen eine Therapie aussprachen.

*hormone therapy, active surveillance, radiation, operation and watchful waiting

Quelle: Baunacke M et al. World J Urol 2020; DOI: 10.1007/s00345-020-03526-z


Anzeige