Kind hat Batterie geschluckt? Schnell Honig geben!

Autor: Michael Brendler / Dr. Susanne Gallus

Ist kein Honig im Haus? Dann kann auch Apfel- oder Orangensaft helfen. © fotolia/Subbotina Anna

Kleinkinder werden von Knopfzellen magisch angezogen. Doch die Batterien können schwere Schäden verursachen. US-Kollegen haben ausprobiert, welche Hausmittel sich zur Ersten Hilfe eignen.

Einfach in den Mund zu nehmen, schön glänzend und Bonbons ähnelnd sind Knopfzellen besonders für Kinder unter sechs Jahren verführerisch. In den USA verschlucken jährlich mindestens 2500 von ihnen eine solche Batterie. Mit fatalen Folgen: 12,6 % der Betroffenen erleiden schwerwiegende Komplikationen wie Ösophagusperforationen, Stimmbandlähmungen oder Gefäßerosionen. Schäden drohen schon innerhalb der ersten zwei Stunden, doch es kann dauern, bis ein Zentrum erreicht wird, das den Fremdkörper entfernen kann.

Rachel Anfang der HNO-Abteilung des Kinderkrankenhauses in Philadelphia und Kollegen forschten nun mit Schweinen an Möglichkeiten, um das Gewebe bis dahin vor der ätzenden Reaktion zu bewahren. Die Ingestiva sollten dazu noch bei Kindern beliebter sein als die bisher bekannten Hausmittel Essig oder Zitronensaft.

Vor allem Honig und Sucralfat – das eigentlich zur Duodenalulcus-Behandlung eingesetzt wird – zeigten eine überzeugende Wirkung. Beide legen eine Schutzschicht über das Speiseröhrengewebe und haben zusätzlich einen leicht sauren pH-Wert. Bei Säften (Orange und Apfel) fiel der Effekt wesentlich geringer aus, Ahornsirup oder isotonische Getränke brachten gar nichts.

Eltern sollten also schnell zum Honig greifen, falls vorhanden. Zwei Teelöffel (10 ml) alle 10 min, bis die medizinische Versorgung möglich ist, so lautet die derzeitige Empfehlung der Experten. Der Arzt kann dann überlegen, ob er die Behandlung bis zur Fremdkörperentfernung mit Sucralfat weiterführt.

Botulismus-Risiko für Babys beachten

Bei Allergien oder wenn schon der Verdacht auf Sepsis oder Speiseröhrenperforation besteht, ist davon allerdings abzuraten. Für Kindern unter einem Jahr sollte zudem das Botulismus-Risiko bei Honig berücksichtigt werden.

Quelle: Anfang RR et al. Laryngoscope 2018; online first