Kniefehlstellung wird durch Fußballtraining in der Jugend gefördert

Autor: Maria Fett

Wenn Kinder zu intensiv Fußball spielen, müssen sie aufpassen, dass sie nicht getunnelt werden. © fotolia/matimix; Arbeitsgruppe 3D-Chirurgie

Schon die Kleinen trainieren möglichst viel und hart, um einmal so gut zu spielen wie ihre Lieblingsprofis. Für die Gelenke der Kinder hat das fatale Folgen.

Vermutlich sind es Idole wie Ronaldo oder Messi, die Fußball zu einer der weltweit beliebtesten Sportarten im Kindes- und Jugendalter machen. Wie sich das intensive Training in frühen Jahren auf die Entwicklung der Beinachse auswirkt, fassten Münchner Kollegen kürzlich in einer Metaanalyse zusammen­.

Asymmetrische, varische Muskelkräfte im Spiel

Sie analysierten Daten von 1344 männlichen Fußballern und 1277 Kontrollen (Alter 8–18 Jahre) aus drei Studien mit der primären Zielgröße interkondylärer Abstand als Maß für O-Beine. In allen Studien fanden sich signifikante Unterschiede zwischen den Kickern und den Kontrollgruppen. Die gepoolte Mittelwertsdifferenz betrug 1,50 cm zu Ungunsten der Sportler. Als ursächlich beschreiben die Autoren asymmetrische, varische Muskelkräfte und vermehrte Belastungen an den kniegelenksnahen Epiphysenfugen infolge des vielen Spielens. Beides begünstigt gerade im präpubertären Wachstumsschub das Risiko der Fehlstellung.

Quelle: Thaller PH et al. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 401-408


Trotz Trainingspause klagte diese 17-jährige Fußballerin seit sieben Monaten über Knieschmerzen beidseits. Das Röntgen zeigte deutlich O-Beine. © Arbeitsgruppe 3D-Chirurgie