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Masken beeinträchtigen die Atmung auch bei Asthma und Hypertonie nicht

Autor: Maria Weiß

Trotz Maske wird genug Sauerstoff aufgenommen und ausreichend Kohlendioxid abgeatmet. Trotz Maske wird genug Sauerstoff aufgenommen und ausreichend Kohlendioxid abgeatmet. © iStock/MixMedia
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„Ich krieg keine Luft mit dem Ding.“ Diese Klage hört man im Zusammenhang mit einem Mund-Nasen-Schutz regelmäßig. Objektivieren lässt sich diese Atemnot aber nicht, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist ein wichtiger Pfeiler bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Doch einige Menschen weigern sich beharrlich, entsprechende Masken zu tragen. Zum einen, weil sie sie als unbequem empfinden. Zum anderen, weil sie gesundheitliche Beeinträchtigungen oder gar Schäden befürchten. 

In kleineren Studien mit nur wenigen Teilnehmern wurde bereits gezeigt, dass die Gesichtsmasken die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems kaum beeinträchtigen. Jetzt haben Dr. ­Steven ­Shein und seine Kollegen vom ­Rainbow ­Babies and ­Children’s ­Hospital in Cleveland mit einer größeren Gruppe Erwachsener die Auswirkungen der Masken auf Herzfrequenz, transkutanen Kohlendioxidpartialdruck und die Sauerstoffsättigung des Blutes untersucht.

Die 50 Probanden waren zwischen 29 und 45 Jahren alt. Der Durchschnitt lag bei 33 Jahren. Fast jeder dritte Teilnehmer (32 %) litt an einer relevanten Erkrankung wie Asthma oder Bluthochdruck. Die Messungen erfolgten über einen Zeitraum von zehn Minuten, und zwar sowohl in Ruhe als auch beim flotten Gehen, jeweils ohne Mund-Nasen-Bedeckung, mit einem entsprechenden Schutz aus Stoff oder mit einer chirurgischen Maske.

Im Sitzen hatten die verschiedenen Maskenmodelle keinerlei Auswirkungen auf die untersuchten Parameter. Erwartungsgemäß stieg die Herzfrequenz beim Laufen ohne Maske um etwa 30 Schläge pro Minute an, wobei Kohlendioxidpartialdruck und Sauerstoffsättigung weitgehend unverändert blieben. Beim flotten Gehen mit der chirurgischen Maske war die Herzfrequenz im Mittel zweieinhalb Schläge pro Minute höher als bei gleicher Belas­tung ohne Gesichtsbedeckung – ein Unterschied, der nach Einschätzung der Wissenschaftler klinisch nicht relevant sein dürfte. 

Keine Hypoxämie oder Hyperkapnie beim Tragen

Auswirkungen auf den Gasaustausch ließen sich nicht beobachten und kein einziger der Probanden entwickelte beim Tragen von Stoff- oder OP-Maske eine Hypoxämie oder Hyperkapnie. Man kann besorgte Menschen also guten Gewissens beruhigen: Auch unter den Masken bekommt man genug Sauerstoff und kann ausreichend Kohlendioxid abatmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gasaustausch durch den Mund-Nasen-Schutz gestört wird, geht gegen Null, konstatieren die Forscher. Und das gilt gleichermaßen für Gesunde und Menschen mit Asthma oder Hypertonie.

Quelle: Shein SL et al; PLoS ONE 2021; 16: e0247414; DOI: 10.1371/journal.pone.0247414

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