Nur ein kleines Ulkus? Hinterm Pyoderma gangraenosum steckt mehr

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Offene Wunden an den Beinen sind ein gutes Erkennungszeichen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen. © fotolia/kayasit; wikimedia/Crohnie

Ihr 30-jähriger Patient kommt mit einem Beinulkus, das einfach nicht heilen will? Suchen Sie nach einer Systemerkrankung!

Ein Pyoderma gangraenosum lässt sich als Zeichen einer fehlgesteuerten Immunantwort deuten. Meist steckt eine System­erkrankung dahinter, insbesondere wenn eine chronisch ulzerierende Form an den unteren Extremitäten oder bullöse Varianten vorliegen. An den Beinen entwickeln sich die Läsionen vor allem bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Arthritiden, blasenbildende Geschwüre sollten an myeloproliferative Erkrankungen oder Leukämien denken lassen. Im Stamm- und Brustbereich kann ein Pyoderma gangraenosum auch postoperativ auftreten, am Stamm gibt es chronisch vegetierende Ulzera ohne fassbare Ursache, erklärte Professor Dr. Sabine Eming von der Kölner Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie.

Die Therapie erfolgt vornehmlich mit topischen bzw. systemischen Steroiden, evtl. ergänzt durch Tacrolimus, Hydrogel oder Alginate. In schweren Fällen braucht man Immunsuppressiva. Und natürlich sollte das Grundleiden behandelt werden.

* Deutsche Dermatologische Gesellschaft