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Ob human oder analog: Fürs Herz sind beide Insuline gleich gut

Autor: Dr. Judith Lorenz

Viel eher kommt es auf die Anwenderfreundlichkeit und die Kosten an. Viel eher kommt es auf die Anwenderfreundlichkeit und die Kosten an. © iStock/digicomphoto
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Humaninsulin oder doch ein teures Insulinanalogon? – Auf das kardiovaskuläre Risiko des Typ-2-Patienten hat die Wahl des Präparats offenbar keinen Einfluss. Beim Start in die Insulintherapie sollten daher andere Kriterien eine Rolle spielen.

Insulinanaloga unterscheiden sich nicht nur in der Aminosäuresequenz vom Human­insulin, das strukturell dem natürlichen Hormon entspricht. Die analogen Insuline verursachen auch deutlich höhere Therapiekosten. In den USA verwendet die Mehrzahl der insulinpflichtigen Diabetiker diese Präparate.

Nach den Kosten und dem Hypoglykämierisiko richten

Ein Team um Dr. Romain Neugebauer­ von Kaiser Permanente Northern California in Oak­land ging nun der Frage nach, ob sich die beiden Insuline bezüglich ihres Risikos für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse und Todesfälle voneinander unterscheiden. Hierzu werteten sie Daten von 127 600 Typ-2-Diabetikern aus, die zwischen 2000 und 2013 erstmals auf Human­insulin oder Insulinanaloga eingestellt worden waren.

Nach einem Follow-up von zweieinhalb Jahren unterschieden sich die beiden Behandlungsgruppen weder bezüglich des Herz-Kreislauf-Sterberisikos noch in der Gesamtmortalität. Ähnliches galt für das Myokardinfarkt- und Schlaganfallrisiko sowie das Risiko für eine stationär behandlungsbedürftige Herzinsuffizienz.

Daher sollten bei der Ersteinstellung eines Typ-2-Diabetikers auf Insulin nicht Überlegungen zu dessen kardiovaskulärer Gesundheit an erster Stelle stehen, schreiben die Autoren. Vielmehr solle man sich an Kriterien wie Hypoglykämie­risiko, der Anwenderfreundlichkeit und nicht zuletzt an den Therapiekosten orientieren.

Quelle: Neugebauer R et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e1918554; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2019.18554

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