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Refluxrisiko mit Lebensstilanpassung senken

Autor: Kathrin Strobel

Die Erkrankung lässt sich mit einem gesünderen Lebensstil zu 40 % verhindern. Die Erkrankung lässt sich mit einem gesünderen Lebensstil zu 40 % verhindern. © ipopba – stock.adobe.com
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Sport machen, Gewicht reduzieren, nicht rauchen – dass solche Lebensstilmodifikationen das Risiko für Reflux und Sodbrennen senken können, ist nun belegt.

Wer an gastroösophagealem Reflux (GERD) leidet, kennt die Tipps: mit dem Rauchen aufhören, Gewicht reduzieren, sich regelmäßig bewegen. Bislang gab es keine prospektiven Daten, um diese und ähnliche Empfehlungen für einen gesünderen Lebensstil zu untermauern. Ein Team von Epidemiologen um Dr. Raaj­ Mehta­ vom Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School in Boston hat diese nun geliefert.

In den Jahren 2005, 2009, 2013 und 2017 befragten sie die Teilnehmerinnen der Nurses’ Health ­Study II zum Thema Sodbrennen und Reflux. Für ihre Analyse schlossen sie all jene Befragten aus, die über mindestens wöchentliche Beschwerden klagten, an Krebs erkrankt waren, regelmäßig PPI oder H2-Rezeptorantagonisten einnahmen oder für die keine ausreichenden Informationen zur Ernährungsweise vorlagen. Letztlich gingen die Daten von 42 955 Frauen zwischen 42 und 62 Jahren in die Auswertung ein.

Im Vorfeld definierten die Forscher einen Score anhand von fünf Antireflux-Lebensstilfaktoren:

  • Normalgewicht
  • Status Nieraucher
  • tägliche körperliche Aktivität über mindestens 30 Minuten
  • Konsum von maximal zwei Tassen Kaffee, Tee oder Limonade täglich
  • bewusste Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, wenig Fleisch etc.

Während der Nachbeobachtungszeit von 392 215 Personenjahren traten 9291 Fälle von GERD auf. Wer alle fünf Antireflux-Lebensstilfaktoren in sich vereinte, hatte ein um die Hälfte reduziertes Risiko, an GERD zu erkranken. Knapp 40 % der Fälle könnten durch das Erfüllen aller fünf Kriterien verhindert werden, schreiben die Autoren.

Quelle: Mehta RS et al. JAMA Intern Med 2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2020.7238


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