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Schwarzer Hautkrebs: Mikrographische Operation als gute Alternative beim invasiven Melanom

Autor: Josef Gulden

Trotz fehlender Daten kommt in den letzten 15 Jahren jedoch die mikrographische Operation nach Mohs immer häufiger zum Einsatz. Trotz fehlender Daten kommt in den letzten 15 Jahren jedoch die mikrographische Operation nach Mohs immer häufiger zum Einsatz. © iStock/lissart
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Zwar empfehlen Leitlinien, ein invasives Melanom mit weitem Exzisionsrand zu operieren. Doch mittlerweile ist die mikrographische Chirurgie nach Mohs auf dem Vormarsch. Zu Recht?

Ein invasives Melanom im Stadium I nach AJCC*-8 sollte laut Leitlinien mit einem weiten Exzisionsrand operiert werden. Trotz fehlender Daten kommt in den letzten 15 Jahren jedoch die mikrographische Operation nach Mohs immer häufiger zum Einsatz. Verteidiger der Mohs-Methode betonen, dass der komplette Tumorrand evaluiert wird, während Gegner Residuen bei Tumoren ohne ein zusammenhängendes Wachstumsmuster befürchten.

Bislang war es schwierig, das Tumorwachstum anhand von Gefrierschnitten adäquat zu beurteilen. Dies stand der mikrographischen Chirurgie im Weg. Mittlerweile nutzt man immunologische Färbungen, v.a. des MART1**-Antigens. In Kohorten, die nach Mohs operiert wurden, ergaben sich damit Lokalrezidivraten zwischen 0 und 1,43 %.

Die National Cancer Database der Commission on Cancer enthält schätzungsweise die Hälfte aller Melanomerkrankungen der USA. In der Datenbank fanden Wissenschaftler um den Dermatologen Shayan Cheraghlou,Yale School of Medicine, New Haven, 70 319 Patienten, die zwischen 2004 und 2014 die Diagnose „invasives Melanom im Stadium I“ erhalten hatten. Von ihnen waren 3234 (4,6 %) nach Mohs operiert worden, die übrigen 67 085 mit einem weiten Exzisionsrand (> 1 cm).

Multivariate Analysen, die klinische und Tumorfaktoren berücksichtigen, ergaben einen leichten Vorteil der Mohs-Chirurgie hinsichtlich Gesamtüberleben mit einer Hazard Ratio von 0,86 (95%-KI 0,76–0,97; p = 0,02). Das bestätigte sich auch in einer Auswertung, in der mittels Propensity-Score-Matching eine besonders gute Entsprechung der zu vergleichenden Kohorten bezüglich potenzieller Störfaktoren erzielt wurde (HR 0,82; 95%-KI 0,68–0,98; p = 0,03). Die Autoren betonen, dass Kollegen in akademischen Zentren etwa doppelt so häufig die Mohs-Methode wählten wie die in nicht-akademischen Einrichtungen (Odds Ratio 2,03; 95%-KI 1,88–2,18).

Trotz des nicht-randomisierten Designs lasse sich ableiten, dass die Operation nach Mohs der OP mit weitem Rand beim frühen invasiven Melanom nicht unterlegen ist, resümieren die Wissenschaftler.

* American Joint Committee on Cancer
** Melanoma Antigen Recognized by T cells

Quelle: Cheraghlou S et al. JAMA Dermatol 2019; 155: 1252-1259; DOI: 10.1001/jamadermatol.2019.2890


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