Anzeige

Homeoffice mit Pedaltrainer Tipps vom Diabetologen für mehr Bewegung im Alltag

Autor: Michael Reischmann

Nordic Walking, Wandern mit Freunden oder einfaches Gassigehen mit dem Hund: Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich Bewegung in den Alltag einbinden lässt. Nordic Walking, Wandern mit Freunden oder einfaches Gassigehen mit dem Hund: Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich Bewegung in den Alltag einbinden lässt. © iStock/LeManna
Anzeige

Geschlossene Sportvereine, Frustessen im Homeoffice und Wegfall von Arbeitswegen: Der pandemiebedingte Lockdown hat bei vielen Deutschen zu Bewegungsmangel und Gewichtszunahme geführt. DDG Experte Dr. Stephan Kress gibt Tipps, wie man ohne großen Aufwand mehr Bewegung in den Alltag bringt.

Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin zufolge haben sich in der Pandemie mehr als die Hälfte der Deutschen weniger bewegt und 39 % im Durchschnitt 5,6 Kilo zugenommen. „Kein Wunder, denn viele von uns haben im Homeoffice zu viel gesessen. Der wichtigste Tipp aus der Coronazeit lautet daher: das Sitzen regelmäßig unterbrechen“, betont Dr. Stephan­ Kress, 1. Vorsitzender der AG Dia­betes, Sport und Bewegung. „Es reicht schon, während eines Telefonats herumzulaufen, eine Konferenz mit Headset in Bewegung durchzuführen oder am Schreibtisch zu stehen.“

So verbesserte Stehen und leichtes Gehen den 24-Stunden-Glukosespiegel und die Insulinsensitivität bei Personen mit Typ-2-Diabetes in größerem Maße als ein strukturiertes Training. „Interessanterweise lässt sich besonders bei adipösen Menschen schon durch kurzzeitige bewegte Sitzunterbrechungen der Glukosewert nach einer Mahlzeit senken“, erläutert Dr. Kress. Dafür reiche ein Spaziergang um den Block.

Gassigehen tut auch Herrchen und Frauchen gut

„Jede Aktivität ist besser als keine, und der Nutzen von nichts machen hin zu ein bisschen Bewegung ist der größte“, so der DDG Experte. „Täglich 15 Minuten Laufen ohne Schnaufen ist ein guter Einstieg, um die Gesundheit zu fördern und Fett zu verbrennen.“ Einsteigern empfiehlt der Diabetologe, mit 2.500 Schritten zu starten, am nächsten Tag auf 5.000 Schritte zu erhöhen und sukzessive auf 10.000 Schritte täglich zu steigern. Dr. Kress rät, dabei auf die motivierende Kraft von Schrittzählern zu setzen, die einen bis zu 2.000 Schritte mehr gehen lassen: „Neu ist, dass Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung fallende Glukosewerte bei Bewegung in Echtzeit zeigen – das wirkt sich sehr positiv auf die Motivation und den Blutzuckerspiegel aus.“

Untersuchungen zeigen, dass Hundebesitzer mindestens 30 Minuten mehr körperliche Aktivität in der Woche im Vergleich zu Nicht-Hundespaziergängern erzielen. „Andere wiederum haben in COVID-Zeiten das Wandern mit Familie, Freunden oder Partner neu entdeckt“, berichtet Dr. Kress. „Nordic Walking ist unter Pandemiebedingungen ebenfalls eine geeignete sportliche Aktivität, auch für Menschen mit Gehbehinderung.“

Darüber hinaus kann man auch im Homeoffice Sport mit Arbeit verbinden. „Dies gelingt, indem man ein Deskbike oder einen Pedaltrainer unter den Schreibtisch stellt“, sagt Dr. Kress. Mit der Kombination von Gehpausen und Fahrradfahren auf einem Pedaldesk über drei Monate konnten zuvor inaktive Büroangestellte das viszerale Fettgewebe und den Blutzucker im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich reduzieren, wie eine Studie gezeigt hat. Im Übrigen gelte: Jede Gelegenheit zur Bewegung nutzen – morgens auf einem Bein stehend Zähne putzen, eine Haltestelle früher aussteigen, auf Mäh- oder Saug-Roboter verzichten.

Um Übergewicht vorzubeugen, ist aber auch der Staat gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen für alle Bürger zu schaffen, betont DDG Geschäftsführerin Barbara Bitzer. Dazu gehöre unter anderem der Ausbau sicherer Geh- und Radwege sowie täglich eine verpflichtende Stunde Bewegung in der Schule.

Quelle: Pressemitteilung der DDG*

* Deutsche Diabetes Gesellschaft

Anzeige