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Vor allem junge Raucher riskieren vorzeitigen Tod

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Der Start einer Raucherkarriere in der Jugend kann fatale Folgen haben. Der Start einer Raucherkarriere in der Jugend kann fatale Folgen haben. © iStock/michaeljung
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Wer schon als Kind mit dem Rauchen anfängt, hat ein besonders hohes Risiko für den vorzeitigen Herz- oder Schlaganfalltod. Diejenigen aber, die bald wieder vom Tabak lassen, können ihr kardiovaskuläres Sterberisiko deutlich senken. Auch der späte Verzicht lohnt.

Bei der Analyse der tabakbedingten Mortalität wurde ein wichtiger Faktor bisher unterschätzt: Der Start in die Raucherkarriere in der Kindheit oder Jugend. Verglichen mit Menschen, die noch nie geraucht haben, tragen Tabakkonsumenten ein fast dreifach höheres Risiko, vor ihrem 75. Geburtstag an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Doch fast fünfmal so stark gefährdet sind diejenigen, die bereits als Neunjährige oder früher regelmäßig zum Glimmstängel gegriffen haben.

Das ergab eine Analyse der Daten von fast 400 000 Teilnehmern des jährlich durchgeführten US ­National ­Health Interview ­Survey. Von den Rauchern hatte demnach jeder fünfte schon vor dem 15. Geburtstag mit dem gewohnheitsmäßigen Qualmen begonnen, berichten die Studienautoren um Dr. ­Blake ­Thomson von der Universität ­Oxford.

Aber selbst diejenigen, die schon als Kind in die Tabakabhängigkeit geschlittert sind, können dem vorzeitigen Tod noch entgehen. Früh aufhören, so lautet die Devise. Und das sollte möglichst vor dem 40. Lebensjahr passieren.

Spätestens mit Mitte 30 aufhören

Wer nämlich den Ausstieg im Alter zwischen 15 und 34 Jahren schafft, trägt den Daten zufolge kein höheres Sterberisiko als ein Niemalsraucher. Bei einem Rauchstopp zwischen 35 und 44 ist die Mortalität nur noch um 20 % erhöht. Auch der späte Verzicht kann Lebensjahre geben: Wer noch im Alter von 45 bis 54 Jahren von der schlechten Gewohnheit lässt, bringt das selbstverursachte Risiko für den frühzeitigen Herz- oder Schlaganfalltod auf 60 % runter, zwischen 55 und 64 lässt es sich noch auf 70 % senken.

Quelle: Thomson B et al. J Am Heart Assoc 2020; e018431; DOI: 10.1161/JAHA.120.018431

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