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Rauchen Kardiovaskuläres Risiko stark unterschätzt

Autor: Sabine Mattes

Viele Raucher unter 60 Jahren sterben 
unerwartet an einem Herzinfarkt. Viele Raucher unter 60 Jahren sterben unerwartet an einem Herzinfarkt. © wikimedia/K. Michaud, C. Basso, G. d’Amati, C. Giordano­, I. Kholová, S. D. Preston, S. Rizzo, S. Sabatasso, M. N. Sheppard, A. Vink & A. C. van der Wal
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Statt an Krebs sterben Raucher offensichtlich häufiger kardiovaskulärbedingt - und das vor allem in jungen Jahren aus Sicht der Betroffenen ohne Vorwarnung.

Viele Raucher wissen nicht, dass sie eher an einem kardiovaskulären Ereignis als an einem Karzinom sterben werden, erklärt Professor Dr. Sadiya Khan von der North­western University Feinberg School of Medicine in Chicago in einer Pressemeldung. Mit ihren Kollegen untersuchte sie den Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen anhand von Daten aus neun Studien mit über 100.000 Teilnehmern.

„Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Analyse ist, dass sich eine kardiovaskuläre Krankheit bei Rauchern mit höherer Wahrscheinlichkeit direkt als fatales Ereignis äußert“, erläutert Prof. Khan. Das Risiko, ohne Vorwarnung an einem Infarkt, Schlaganfall oder an Herzversagen zu sterben, war für die Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren im Vergleich zu Nichtrauchern um das 1,8-Fache erhöht. Bei Jüngeren (20–39 Jahre) endete das erste kardiovaskuläre Ereignis sogar mehr als doppelt so häufig tödlich.

Tabakkonsum ließe die Menschen an einer Herzkrankheit sterben, noch bevor ihnen klar sei, dass sie überhaupt eine haben, führt die Forscherin weiter aus. Da die fatalen Events zudem verhältnismäßig früh auftraten, verkürzte sich bei Rauchern das Leben um vier bis fünf Jahre.

1. Khan SS et al. J Am Heart Assoc 2021; 10: e021751; DOI: 10.1161/JAHA.121.021751
2. Pressemittteilung Northwestern University

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