Vorhofflimmern gefährdet Patienten mit Lungenembolie nicht zusätzlich

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Auch wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt, sind Patienten mit Lungenembolie nicht zwingend schlechter dran. © iStock/weisschr

Häufig entwickeln Patienten mit Lungenembolie Vorhofflimmern. Auf die Risiko­stratifizierung bei der stationären Aufnahme hat das jedoch keine Auswirkungen.

Zwar erhöhen Vorhofflimmern (VHF) und Lungenembolie das Risiko für einander. Allerdings haben Patienten mit Lungenembolie und zusätzlichem Vorhofflimmern unter ansonsten adäquater Therapie nicht unbedingt einen schlechteren Outcome während der Behandlung als Patienten ohne VHF. Es reicht somit aus, bei stationärer Einlieferung die übliche Risikostratifizierung vorzunehmen, resümieren die Autoren einer großen deutschen monozen­trischen Studie.

Einbezogen waren 528 Patienten der PERGO-Kohorte. Von ihnen hatten 9,8 % ein bekanntes und 10,8 % bei Aufnahme ein akutes VHF, rund 60 % von ihnen erhielten erstmalig die Diagnose Vorhofflimmern. Insgesamt zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in puncto Zwischenfälle und Mortalität während der stationären Behandlung zwischen Personen mit und ohne VHF.

Patienten mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern wiesen öfter eine Hyperthyreose auf, die mit bereits bekannter VHF-Diagnose dagegen häufiger zusätzliche kardiale Erkrankungen. Akutes Vorhofflimmern ging öfter mit Komorbiditäten, Tachykardie und erhöhten kardialen Biomarkern und somit mit einer höheren Klasse in der Risikostratifizierung einher.

Quelle: Ebner M et al. J Intern Med 2019; DOI: https://doi.org/10.1111/joim.12985