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Wie beeinflussen Medikamente die Wundheilung?

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Wie wirken sich Antihypertensiva und Antidiabetika auf die Wundheilung aus? Wie wirken sich Antihypertensiva und Antidiabetika auf die Wundheilung aus? © iStock/anilakkus
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Mit steigender Zahl von Lifestylekrankheiten wie Diabetes und Hypertonie nehmen auch dadurch begünstigte Wundheilungsstörungen zu. Werden sie durch den Einfluss von Systemtherapeutika zusätzlich begünstigt?

Die Zucker- oder Blutdruckwerte sind dank Medikamenten im Normbereich, aber die Wunde will trotzdem nicht abheilen. Oder gerade deswegen? Die Frage, wie sich Antihypertensiva und Antidiabetika auf die Wundheilung auswirken, veranlasste das Team um Professor Dr. Ewa Klara Stürmer vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu einer systematischen Literaturrecherche und Analyse der jeweils fünf häufigsten Antidiabetika und -hypertensiva.

Trotz der wenigen Studien ließen sich einige Tendenzen feststellen. Allerdings waren die Ergebnisse bunt gemischt, an beiden Fronten:

  • Metformin verschlechtert die Wundheilung sowohl quantitativ als auch qualitativ.
  • DPP4-Hemmer sind gut für die Wunde und fördern die Durchblutung.
  • Sulfonylharnstoffe schaden weder noch nutzen sie.
  • Kalziumantagonisten bessern die Zugfestigkeit der Haut, nicht aber die Epithelialisierung.
  • Betablocker aktivieren Keratinozyten, was sich eher positiv auswirkt.
  • ACE-Hemmer üben einen schlechten Einfluss auf Zellwachstum und -migration aus und hemmen die Kollagenbiosynthese.

Nebenwirkungen besser untersuchen

Alles in allem wisse man sehr wenig über die Nebenwirkungen der Substanzen auf die Wundheilung, wundert sich das Team. Diesem Thema müsse daher wesentlich mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Quelle: Wundkongress 2019

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