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Wie die Kinderdiabetologie von neuen Insulinformulierungen profitiert

Autor: Dr. Elisabeth Nolde

Nicht nur neue Technologien, sondern auch neu entwickelte Insuline machen den kleinen Diabetes-Patienten das Leben leichter. Nicht nur neue Technologien, sondern auch neu entwickelte Insuline machen den kleinen Diabetes-Patienten das Leben leichter. © iStock/PeopleImages
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Fortlaufend verfeinert: Als Fachgebiet innerhalb der Diabetologie zieht die Diabetes­technologie viel Aufmerksamkeit auf sich. Dies sollte den Blick auf die Weiterentwicklung von Insulinen nicht verstellen – mit individuell anpassbaren Therapien für Kinder und Jugendliche.

Wir schauen momentan immer auf die rasanten Fortschritte in der Diabetestechnologie. Doch auch im Bereich der Insulin-Entwicklung gibt es enorme Fortschritte, sodass wir zunehmend Tools bzw. Möglichkeiten haben, die Stoffwechseleinstellung zu optimieren und vor allem individuellere Lösungen zu finden“, konstatierte Dr. Martin Holder, Klinikum Stuttgart, Olgahospital. „Sie können eine viel größere Anpassung und Zufriedenheit im täglichen Management bei Ihren Kindern und Jugendlichen erreichen“, kommentierte der Experte. Er erinnerte an den breiten klinischen Nutzen der aktuell verfügbaren sowie kommenden kurz- und langwirksamen Insulin-Analoga bei Kindern mit Typ-1-Diabetes: HbA1c-Reduktion (oft von besonderer Relevanz für den Langzeitverlauf), Verringerung der Glukosevariabilität und intraindividuellen Variabilität, Reduktion von Hyperglykämien mit Ketose und weniger Hypoglykämien.

Das differenzialtherapeutische Vorgehen – u.a. auf Basis von Wirkeintritt, Zeitpunkt der maximalen Wirkung und Wirkdauer des eingesetzten Insulins – zielt individuell auf die jeweilige Stoffwechselsituation des Kindes ab. Dies kann Flexibilität und Lebensqualität verbessern. Außerdem wies der Diabetologe darauf hin, dass ultrakurzwirksame Insulin-Analoga enorm wichtig für die Weiterentwicklung von AID-Systemen seien.

Vor diesem Hintergrund skizzierte der Experte einige pharmakologische Grundlagen von kurz- und langwirksamen Insulin-Analoga: „Wenn es einem Insulin gelingt, sich kurz nach der Injektion von der Hexamer-Struktur in Di- oder Monomere aufzuspalten und schnell in das Blut abzufluten, umso kürzer ist dann seine Wirkung.“ Demgegenüber stehe die sehr lange Wirkzeit von neuen ultralangwirksamen Insulin-Analoga, z.B. durch sogenannte Multi-Hexamer-Bildungen und zusätzliche Bindung an Albumin.

Größenordnungsmäßig komme es bei kurzwirksamen Insulin-Analoga nach 5–10 Minuten zum schnellen Wirkeintritt. Der Zeitpunkt der maximalen Wirkung liegt nach einer Stunde und die Wirkdauer beträgt 2–3 Stunden. Lang- bzw. ultralangwirksame Insulin-Analoga zeigen ihren Wirkeintritt nach 1–6 Stunden und die Wirkdauer reicht bis zu 24–42 Stunden.

Quelle: JA-PED 2020


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