Wie hängen Fibromyalgie und Darmbakterien zusammen?

Autor: Michael Brendler

Je nach Zusammensetzung beeinflussen Darmbakterien die Fibromyalgie-Erkrankung. © picture-waterfall – stock.adobe.com

Darmbakterien stehen im Verdacht, bei den verschiedensten Krankheiten eine Rolle zu spielen. Laut einer Untersuchung könnten sie auch mit dem chronischen Schmerz bei Fibromyalgie zusammenhängen.

Es ist durchaus möglich, dass das Darm-Mikrobiom die Schmerz­wahrnehmung verändern könnte, glauben Dr. Amir Minerbi vom McGill University Health Centre in Montreal und seine Kollegen. Schließlich behaupten einige Wissenschaftler, dass die Bakterien direkt auf unser Gehirn einwirken. Gut-Brain-Axis nennen sie das Wechselspiel.

Die kanadischen Forscher ver­glichen die Zusammensetzung der intestinalen Flora von 77 Fibromyalgie-Kranken und 79 Kontrollen. Dabei berücksichtigt wurden auch die Ernährung und Lebensumstände. 19 Bakterienstämme unterschieden sich in ihrem Vorkommen stark zwischen den untersuchten Studienteilnehmern. Dabei schienen insbesondere die Fibromyalgie und ihre Symptome wie Schmerz, Müdigkeit und kognitive Beeinträchtigungen ein entscheidendes Kriterium zu sein, wird Dr. Minerbi in der begleitenden Pressemitteilung der Universität zitiert.

Diagnose allein durch Mikrobiomanalyse möglich

Auch die Symptomstärke korrelierte mit den Mikrobiom-Variationen. Übertrug man die Ergebnisse auf ein selbstlernendes Computerprogramm, konnte die KI allein aus der Zusammensetzung der Darmflora eine Fibromyalgie diagnostizieren und lag nur in 13 % der Fälle daneben.

Quelle: Minerbi A et al. Pain 2019; online first; DOI: 10.1097/j.pain.0000000000001640