Chikungunya

Definition

Chikungunya-Fieber ist eine durch das Chikungunya-Virus ausgelöst Viruserkrankung. Es handelt sich um einen RNA-Virus aus der Gruppe der Togaviren.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über die weibliche Steckmücke aus der Gattung Aedes albopictus (asiatische Tigermücke). Verbreitungsgebiete sind Süd- und Südostasien (u. a. Philippinen, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Myanmar, Sri Lanka, Indien, Indonesien), Arabische Halbinsel, Afrika, Inseln vor der Ostküste Afrikas – zuletzt wurden auch Ausbrüche in der Karibik und einzelne Fälle in Südeuropa berichtet. In Deutschland gab es 2016 50 importierte Fälle.

Die Inkubationszeit liegt bei 2 bis 7, gelegentlich auch mal bei 12 Tagen.

Die Prognose ist im Allgemeinen gut – meist erfolgt eine spontane Genesung ohne bleibende Schäden nach 10 bis 14 Tagen. Die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Die Anzahl importierter Dengue-Fieber-Infektionen hat sich in den letzten Jahren weltweit verzehnfacht. Möglicherweise kann man sich auch bald bei uns...

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Anders als bei Dengue oder Zika braucht das Chikungunya-Virus kein tropisches Feeling.

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Symptomatik

Typische Symptome sind:

  • rasch ansteigendes hohes Fieber für wenige Tage bis 1–2 Wochen
  • starke Muskel- und Gliederschmerzen und dadurch Probleme beim aufrechten Gehen („Chikungunya“ heißt in der Bantu-Sprache „der Gebeugte“)
  • Druckschmerzhaftigkeit der Gelenke
  • Hautausschlag mit mäßig juckenden, punktförmigen Hautblutungen, evtl. leichtere Formen von Schleimhautblutungen, z. B. aus der Nase oder am Zahnfleisch
  • Kopfschmerzen
  • Augenentzündungen

Komplikationen:

Es können über Monate anhaltende Arthralgien mit konstanter oder wechselnder Intensität auftreten (etwa 5–10 % der Fälle). Sehr selten kommt es zu hämorrhagischen Verläufen oder Myokarditis.

Untersuchung

Typisch sind durchschmerzhafte Gelenke und ein (meist makulo-papulöses) Exanthem mit Petechien.

Ein Patient kommt kurz nach einer Reise um die halbe Welt in Ihre Praxis. Sein Symptom: Fieber. Jetzt ist Spürsinn gefragt, schließlich reicht das...

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Labor

Die Verdachtsdiagnose wird bei entsprechender Reiseanamnese und der Kombination von Fieber, Exanthem und/oder Kopf- und Gliederschmerzen gestellt.

Labordiagnostik:

  • leichte Lympho- und Thrombopenie
  • häufig leichte Transaminasen und CK-Erhöhung
  • CRP meist nur gering erhöht

Bestätigung:

  • in den ersten 3 bis 5 Krankheitstagen Virus-Nachweis im Blut (PCR oder Virusanzucht)
  • Nachweis spezifischer IgM- und IgG-Antikörper nach circa 8 bis 10 Tagen
Differenzialdiagnostik

Wichte Differenzialdiagnosen sind:

  • Influenza
  • Malaria
  • andere fieberhafte Erkrankungen mit Gelenkbeteiligung
  • andere tropische Viruserkrankungen (z.B. Denguefieber)
  • rheumatoide Arthritis
  • reaktive Arthritis

Einer von 200 bis 500 febrilen Reiserückkehrern stirbt an der zugrundeliegenden Erkrankung. Primär lebensbedrohliche oder hochkontagiöse Ursachen gilt...

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Die Therapie erfolgt rein symptomatisch mit schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamenten (z.B. Paracetamol). Auf ASS und NSAR sollte dabei wegen der möglichen Blutungsneigung verzichtet werden.

Eine Meldepflicht besteht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod bei hämorrhagischem Verlauf (virusbedingtes hämorrhagisches Fieber) und bei direktem oder indirektem Erregernachweis in Verbindung mit einer akuten Infektion unabhängig vom klinischen Bild (andere Erreger hämorrhagischer Fieber).

Prävention

Ein Impfstoff existiert zurzeit noch nicht, so dass nur die Expositionsprophylaxe mit Mückenschutz (Kleidung, imprägniertes Moskitonetz, Repellents) möglich ist. Da die Tigermücke tag- und nachtaktiv ist, muss dieser Schutz über 24 Stunden erfolgen.

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