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Benzodiazepine begünstigen ektope Schwangerschaften

Autor: Dr. Judith Lorenz

Links: Eileiterschwangerschaft des rechten Eileiters. Rechts: Eröffneter Eileiter mit einer Schwangerschaft in der etwa 7. SSW. Links: Eileiterschwangerschaft des rechten Eileiters. Rechts: Eröffneter Eileiter mit einer Schwangerschaft in der etwa 7. SSW. © wikimedia/Hic et nunc; wikimedia/Ed Uthman, MD
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1–2 % aller nachgewiesenen Schwangerschaften liegen außerhalb des Uteruskavums, mehrheitlich im Eileiter. Die Einnahme von Benzodiazepinen vor der Gravidität könnte das begünstigen.

Möglicherweise begünstigt die präkonzeptionelle Einnahme von Benzodiazepinen eine ektope Embryoimplantation, berichtet ein US-Forscherteam nach Auswertung der Daten von mehr als 1,6 Millionen Schwangerschaften.

Risiko für ektope Gravidität um 47 % erhöht

1 % der Frauen bekam innerhalb von drei Monaten vor der Konzeption mindestens zwei Benzodiazepinrezepte. Im Vergleich zu denjenigen ohne Tranquilizer-Verschreibung hatten sie ein um 47 % höheres Risiko für eine ektope Gravidität. Berücksichtigten die Forscher ausschließlich Frauen mit einer bekannten Angst- oder Schlafstörung, schwächte sich der Zusammenhang zwar ab, blieb aber signifikant.

Für die Wanderung des Embryos über den Eileiter in den Uterus spielen u.a. Kontraktionen der glatten Tubenmuskulatur eine Rolle. Möglicherweise stören Benzos diese Mechanismen durch ihre relaxierende Wirkung. Die Autoren mahnen daher zur Vorsicht: Obwohl die Beobachtungsstudie keine Aussage zu Kausalzusammenhängen zulässt, sollten Frauen mit Kinderwunsch möglichst keine Benzodiazepine einnehmen. Bei dennoch eintretender Gravidität wird eine sorgfältige Überwachung in der Frühschwangerschaft empfohlen.

Quellen:
1. Wall-Wieler E et al. Hum Reprod 2020; DOI: 10.1093/humrep/deaa082
2. Pressemitteilung der European Society of Human Reproduction and Embryology

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