Gelbe Hände, gelbe Füße: Woran liegt’s?

Autor: SK

Die Ursache der Hautverfärbung kann bei einem erhöhtem Karotinoidgehalt der Nahrung liegen. © By Thamizhpparithi Maari - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39368212

Welche geheimnisvolle Krankheit steckte hinter dem Symptom „gelbe Hände und Füße“. Eine Hautexpertin klärt auf.

Schon seit Jahren sind die Handflächen und Fußsohlen der 35-jährigen Frau gelblich verfärbt. Medikamente oder Vitamine nimmt sie mit Ausnahme eines seit Kurzem verordneten Hormonpräparates nicht ein. Auch sind keine relevanten Vorerkrankungen bekannt. Die Laborwerte liegen im Normbereich und anamnestisch ist kein Kontakt zu Färbemitteln eruierbar.

Bei fehlenden Laborveränderungen liegt die Ursache der Hautverfärbung wahrscheinlich in einem erhöhtem Karotinoidgehalt der Nahrung, erklärt Professor Dr. Silvia Schauder von der Hautklinik der Universität Göttingen. Wie man dies bei „Karottenbabys“ kennt, lagert der menschliche Körper Karotinoide – am häufigsten kommt in unserer Nahrung das Betacaroten vor – in der Haut ab und produziert eine gelblich-orange Hautfarbe. Auch in der Leber, den Augen (aber nicht in den Skleren) und im Fettgewebe wird der „Farbstoff“ deponiert.

Dicke Hornschicht schneller gelb

Bei Erwachsenen spielt nicht nur der Serumgehalt an Karotioniden eine Rolle, sondern auch der Serumlipidgehalt. Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hypothyreose oder hypercholesterinämischen Erkrankungen können auch normale Mengen karotinoidhaltiger Lebensmittel zu gelber Haut führen. Da die Hornschichten im Bereich der Hand- und Fußsohlen dicker als am übrigen Körper sind, erscheint hier das Gewebe an frühesten gelb.

Häufig sieht die Expertin das Symptom bei Frauen, die z.B. aus Angst vor Gewichtszunahme viel Gemüse essen, und bei Vegetariern. Im Labor kann man die Karotinoide bestimmen und eine Änderung der Essgewohnheiten lässt die Gelbfärbung verschwinden. Allerdings ist die Erscheinung harmlos, sodass eine Therapie und auch eine Diätumstellung eigentlich nicht nötig sind.

Silvia Schauder, internist. prax. 2009; 49: 70 – 72

 

Karotinoidreiche Nahrungsmittel

  • Möhren
  • Spinat
  • Aprikosen
  • Paprika
  • Orangen
  • Mandarinen
  • Zitronen
  • Grünkohl
  • Tomaten
  • Mais
  • Melonen
  • Kürbisse
  • Kakifrüchte
  • Seetang
  • Palmöl
  • Schotengemüse
  • Leber
  • Eidotter