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Influenza, Pneumokokken, Herpes zoster – Indikationsimpfungen bei Diabetes

Autor: Dr. Andrea Wülker

Ein vollständiger Impfschutz ist gerade bei Diabetes wichtig. Ein vollständiger Impfschutz ist gerade bei Diabetes wichtig. © iStock/MarianVejcik
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Der STIKO-Impfkalender enthält alle Standardimpfungen, die jeder bekommen sollte. Darüber hinaus gibt es einige wichtige Indikationsimpfungen, die für bestimmte Personengruppen empfohlen werden.

Zu den Indikationsimpfungen, bei denen Diabetes mellitus als Impfgrund genannt wird, zählen die Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und Herpes zoster, so Professor Dr. Wolfgang Pfister vom Klinikum Weimar.

Influenza

Die STIKO empfiehlt die Influenza-Impfung als Standardimpfung allen Personen ab 60 Jahren. Als Indikationsimpfung ist sie bei Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung wie z.B. Diabetes angezeigt. Da sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren rasch verändern können (Antigenshift und Antigendrift), muss die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden. Die genaue Zusammensetzung wird von der WHO festgelegt. Influenza-Impfstoffe enthalten das gereinigte Antigen der jeweils aktuellen Stämme, getrennt nach Nord- und Südhalbkugel. „Seit 2018 empfiehlt die STIKO ausschließlich den quadrivalenten Impfstoff“, betonte Prof. Pfister.

Pneumokokken

Da Diabetes­patienten ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen wie z.B. ambulant erworbene Pneumokokken-Pneumonien aufweisen, sollten sie durch Impfungen vor diesem Erreger geschützt werden.

Es gibt zwei Impfstoffe: den Konjugat-Impfstoff (PCV13) und den Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23). Polysaccharid-Antigene können erst ab dem zweiten Lebensjahr eine Immunantwort erzeugen, durch den Konjugat-Impfstoff ist das bereits vor dem zweiten Lebensjahr möglich. Für die Indikationsimpfung bei Diabetes mellitus empfiehlt die STIKO derzeit folgendes Vorgehen:

  • Personen ab dem Alter von 16 Jahren erhalten eine Impfung mit PPSV23.
  • Personen im Alter von zwei bis 15 Jahren erhalten eine sequenzielle Impfung mit PCV13, gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten.
  • Aufgrund der begrenzten Dauer des Impfschutzes soll die Impfung mit PPSV23 mit einem Mindestabstand von sechs Jahren wiederholt werden.

Herpes zoster

Seit 2018 empfiehlt die STIKO für alle Personen ab 60 Jahren die zweimalige Impfung mit dem adjuvantierten Herpes-zoster-Totimpfstoff im Abstand von mind. zwei bis max. sechs Monaten. Als Indikationsimpfung sollten Patienten mit schweren Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes bereits ab einem Alter von 50 Jahren geimpft werden.

Die Impfung ist sicher, aber der Impfstoff führt häufig zu lokalen oder auch systemischen Reaktionen, die ein bis zwei Tage anhalten. Darüber sollten die Patienten vorab informiert werden, damit sie dann auch zur zweiten Impfung erscheinen, riet der Referent. Da derzeit in Deutschland fast jeder Erwachsene ab 50 Jahren bereits an Windpocken erkrankt war, ist es in der Regel nicht notwendig, vor der Herpes-zoster-Impfung eine vorausgegangene Windpockenerkrankung anamnestisch oder serologisch zu sichern.

Eine Ausnahme bilden Patienten vor geplanter Immunsuppression oder Organtransplantation: Sind sie seronegativ, wird eine Varizellen-Impfung empfohlen. Seropositive Patienten sollen vor geplanter Immunsuppression oder Organtransplantation die Impfung gegen Herpes zoster erhalten.

Kongressbericht: Diabetes Herbsttagung 2019


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