Obstruktion jenseits von COPD und Asthma

Autor: Friederike Klein

Nur weil es nach COPD aussieht, muss es nicht gleich eine sein. © iStock.com/alvarez

Bevor die Diagnose COPD gestellt werden darf, braucht's eine ordentliche Portion Hirnschmalz. Schließlich kommt als „Konkurrent“ nicht nur das Asthma bronchiale in Betracht.

Schon die Unterscheidung chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale ist in der Praxis nicht immer ganz einfach. Durchaus komplizierter wird es jedoch, wenn der Kranke an einer diastolischen Herzinsuffizienz leidet. Insbesondere bei höherem NYHA-Schweregrad kommt es häufig zu einer bronchialen Obstruktion, erklärte Professor Dr. Claus Franz Vogelmeier von der Abteilung Pneumologie am Universitätsklinikum Marburg.

Obstruktion jenseits von COPD und Asthma
Diagnose bzw. Symptomweiterführende Diagnostik
LinksherzinsuffizienzEKG, Echokardiographie, Röntgen, Biomarker; Lungenfunktion: Restriktion, ggf. zusätzlich Obstruktion; evtl. dünnflüssiges Sputum
BronchiektasenHRCT; Lungenfunktion: oft Obstruktion; oft großes Sputumvolumen; Reizhusten möglich
Sarkoidose (Stadium III und IV) Lungenfunktion: häufig teilreversible Bronchialobstruktion
Tuberkulose, auch als posttuberkulöses Syndrom Lungenfunktion: fixierte Obstruktion möglich
Bronchiolitis obliteransHRCT: Mosaikmuster; Lungenfunktion: oft fixierte Obstruktion
Tumor Bronchoskopie zum Nachweis einer

nach Vogelmeier C et al. Pneumologie 2018; 72: 253-308


Diastolische Herzinsuffizienz als starker Prädiktor

Er berichtete über eine Studie, die beim diesjährigen Jahreskongress der Amerikanischen Thoraxgesellschaft vorgestellt wurde. In ihr hatte man Nichtraucher mit Herzinsuffizienz einer Spirometrie unterzogen. Eine diastolische Herzinsuffizienz war mit einer Odds Ratio von 4,5 ein sehr starker Prädiktor für die Lungenobstruktion. Diese ließ sich bei 22 % der Patienten nachweisen, 39 % wiesen eine Restriktion auf, 14 % einen gemischten Befund. „Das sind rein kardiale Probleme, aber die Lungenfunktion sieht aus wie eine COPD“, meinte Prof. Vogelmeier.

Quelle: 50. Bad Reichenhaller Kolloquium