Quecksilbervergiftung durch MRT?

Autor: Dr. Susanne Gallus

Ein starkes Magnetfeld scheint die Freisetzung der Quecksilberionen der Amalgamfüllung zu fördern. © Fotolia/Zsolt Bota Finna

Seit Oktober 2017 steht das erste 7-Tesla-MRT für den klinischen Einsatz bereit. Eine derart hohe Flussdichte könnte Patienten mit Amalgamfüllungen allerdings gefährden.

Quecksilberionen lösen sich nicht nur durch Kauen oder Zähneputzen aus einer Amalgamfüllung. Auch ein starkes Magnetfeld scheint die Freisetzung der Teilchen zu fördern, wie türkische Zahnmediziner in einer Ex-vivo-Studie herausfanden.

Durch Zahnextraktionen kamen insgesamt 60 gesunde Molare und Prämolare zusammen, die mit Amalgam präpariert wurden. Neun Tage nach der Füllung legten die Forscher die Zähne einzeln in Röhrchen mit künstlichem Speichel und es erfolgte die Bildgebung mit einer 20-minütigen MR-Sequenz: Je 20 Proben landeten in einem Standardgerät mit 1,5 T oder einem 7-T-Tomographen. 20 weitere erhielten keine Aufnahmen.

24 Stunden später war der durchschnittliche Quecksilbergehalt-Wert in der 1,5-T-Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe nicht signifikant erhöht (141 µg/l vs. 172 µg/l). Die mittlere Konzentration nach dem 7-T-MRT lag mit 673 µg/l allerdings fast viermal höher als die durch 1,5 T.

10 % des Quecksilbers im Speichel werden absorbiert

Die tatsächliche Gefahr für Patienten bleibt derzeit offen. Entscheidend für das potenzielle Gesundheitsrisiko sei letztlich immer die Menge, die vom Gewebe aufgenommen wird, so die Autoren. Allgemein geht man davon aus, dass 10 % der im Speichel enthaltenen Quecksilberionen gastrointestinal absorbiert werden.

Quelle: Yilmaz S, Adisen MZ. Radiol 2018; online first