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Shishatabak ist genauso schädlich wie die Zigarette

Autor: Dr. Andrea Wülker

Die Substanzen in Shisha-Tabak verheißen nichts Gutes. Die Substanzen in Shisha-Tabak verheißen nichts Gutes. © iStock/ANRproduction
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Vor allem bei jungen Erwachsenen sind Wasserpfeifen beliebt: Man trifft sich in Shisha-Bars oder Cafés und raucht gemeinsam eine Runde. Tabakfirmen stellen den Trend gerne als harmlos dar. Doch das ist er ganz und gar nicht.

Das Rauchen von Wasserpfeifen ist eine alte Form des Tabakkonsums, die aus Persien und dem Mittleren Osten stammt und seit Jahrhunderten praktiziert wird. Inzwischen macht die Wasserpfeife – auch Shisha oder Hookah genannt – weltweit Karriere, so Dr. Fares Darawshy und Kollegen vom Hadassah-Hebrew University Medical Center, Jerusalem. Der Tabak wird in den „Kopf“ der Shisha gelegt und mit glühender Kohle bedeckt. Anschließend wird der Rauch durch die mit Wasser gefüllte Basis der Pfeife gezogen und dann inhaliert. Eine Session dauert ca. 30–90 Minuten, das Rauchvolumen, das dabei inhaliert wird, entspricht etwa demjenigen von 50–100 Zigaretten.

Der Rauch aus der Wasserpfeife enthält einen Mix aus Substanzen, die nichts Gutes vermuten lassen: Nikotin, Teer, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Kohlenmonoxid, Aldehyde, Schwermetalle und ultrafeine Partikel – um nur einige Beispiele zu nennen. Durch den Nikotingehalt kann sich eine Abhängigkeit entwickeln, die es den Konsumenten schwer macht, mit dem Rauchen aufzuhören.

Höheres Risiko für Karzinome in Mund, Speiseröhre und Lunge

Darüber hinaus schädigt Shisha-Rauchen Atemwege und Lunge akut und chronisch: über Husten, häufige Erkältungen und Atemprobleme wurde ebenso berichtet wie über chronische Bronchitis, COPD und Emphysem. Je häufiger und intensiver aus der Wasserpfeife geraucht wird, umso schlechter fallen die Lungenfunktionstests aus. Am Herz-Kreislauf-System wirkt sich Shisha-Rauchen kurzfristig durch einen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz aus, langfristig kann es zu kardiovaskulären Erkrankungen und zu einer Erhöhung des Herzinfarktrisikos kommen.

Das Krebsrisiko bei Konsumenten ist noch längst nicht so gut erforscht wie dasjenige von Zigarettenrauchern. Vorliegende Studien zeigen aber bei Shisha-Nutzern ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, Ösophaguskarzinome und bösartige Tumoren der Mundhöhle. Einen Zusammenhang scheint es auch mit Magen-, Blasen- und Prostatakrebs zu geben. Zu den weiteren Komplikationen zählen u.a. das metabolische Syndrom und Beeinträchtigung der mentalen Gesundheit. Zudem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, z.B. für Influenza- oder Herpes-simplex-Viren, wenn das Mundstück von mehreren Personen benutzt wird.

Das Rauchen von Wasserpfeifen ist mindestens so gefährlich wie andere Arten des Tabakkonsums, warnen die Autoren. Um Konsumenten zu identifizieren, sollten Ärzte ihre Patienten direkt fragen, ob sie Shisha rauchen – und sie über die möglichen negativen Effekte aufklären. Zudem wünschen sich die Kollegen aus Israel regulatorische Maßnahmen, die das Shisha-Rauchen einschränken.

Quelle: Darawshy F et al. Eur Respir Rev 2021; 30: 200374; DOI: 10.1183/16000617.0374-2020

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