Sjögren und Sklerodermie: Silikonbusen erhöht Risiko für Autoimmunkrankheiten

Autor: Birgit Maronde

Mit den Brüsten vergrößert sich zumindest bei Verwendung von Silikonimplantaten auch das Risiko für Autoimmunerkrankungen. © fotolia/New Africa

Die Diskussion um Silikon-Brüste erhält neuen Zündstoff: Langfristig bergen die Implantate gesundheitliche Risiken, besagt eine große Registeranalyse aus den USA.

Kollegen vom MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, warfen einen Blick auf die prospektiv erhobenen Daten von knapp 100 000 Frauen, die aus verschiedenen Gründen Brustimplantate zweier Hersteller erhalten hatten. 56 % der Implantate enthielten Silikon, die übrigen Kochsalzlösung.

Bei Frauen mit Silikonimplantaten zeigte sich, dass sie deutlich häufiger eine Autoimmunerkrankung entwickelten als erwartet. Für das Sjögren-Syndrom ergab sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung eine standardisierte Inzidenz-Ratio (SIR) von 8,14. Für die Sklerodermie betrug dieser Wert 7,0 und für die rheumatoide Arthritis (RA) 5,96. Totgeburten und Melanome traten bei den „Silikonträgerinnen“ ebenfalls häufiger auf (4,5 bzw. 3,71). Ein Brustimplantat-assoziiertes Lymphom wurde beobachtet.

Auch das Rupturrisiko wurde analysiert. Es lag bei den Implantaten mit Kochsalzlösung signifikant höher als bei denen aus Silikon (2,5 % vs. 0,5 %). Kapselkontraktionen traten wiederum bei den Silkonkissen häufiger auf (5 % vs. 2,8 %). Diese bisher größte Studie zum Outcome nach Brustimplantat-OP spricht dafür, dass Silikonkissen das Risiko für bestimmte (seltene) Erkrankungen erhöhen. Für endgültige Schlüsse sei es jedoch zu früh, mahnen die Autoren.

Quelle: Coroneos CJ et al. Ann Surg 2019; 269: 30-36