Soziale Netzwerke verleiten junge Frauen zu Schönheitsoperationen

Autor: Dr. Anna-Lena Krause

Dr. Instagram: Das gepimpte Selfie im Schlepptau dient als Vorlage beim Schönheitschirurgen. © yamonstro – stock.adobe.com; iStock/AndreyPopov

Eine junge Dame möchte so aussehen wie auf ihrem aufgeputzten Selfie und sich entsprechend operieren lassen. Kein Einzelfall: Zwei von drei Schönheitschirurgen kennen das aus der eigenen Praxis.

Mit nur einem Klick besser aussehen und mehr Likes abstauben – Fotofilter sind aus den sozialen Netzwerken nicht mehr wegzudenken. Ruckzuck hat der Anwender glattere Haut, größere Augen und erscheint je nach Wunsch hier und da breiter oder schmaler. Das Ergebnis: Jeder kann zum Hochglanzmagazin-Model werden. Den Followern gefällt das. Nur blöd, wenn sie die betreffende Person dann in Wirklichkeit sehen.

Für erschreckend viele der einzige Ausweg: Eine OP soll’s richten. Das bearbeitete Selfie dient dabei als Vorlage. Laut einer Umfrage unter den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie haben 59 % der Schönheitschirurgen so eine Situation schon erlebt. 9 % gaben an, sehr häufig junge Frauen mit diesem Wunsch in ihrer Praxis zu haben. Im Wesentlichen sind es 18- bis 25-Jährige. 71 % der Operateure meinen zudem, dass dies in den letzten Jahren immer häufiger vorkommt. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Phänomen der Großstädte, es betrifft im gleichen Maße auch kleinere Orte.

Die Ansprüche an den eigenen Körper steigen offenbar

Diese Entwicklung macht die Fachfrauen und -männer nachdenklich. 86 % der befragten plastischen Chirurgen glauben, dass gefilterte Selbstportraits in den sozialen Netzwerken die Ansprüche der Nutzer an den eigenen Körper verändern. Dies wiederum führt dazu, dass viele Patientinnen unrealistische Erwartungen an die plastische Chirurgie entwickeln, erklärt Dr. Alexander­ P. Hilpert­, Facharzt für Plastische Chirurgie in Düsseldorf. Wichtig sei es daher, Gesichtsveränderungswilligen die Grenzen des Machbaren und ethisch Vertretbaren aufzuzeigen.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch- Plastische Chirurgie (DGÄPC)