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West-Nil-Virus: Klimawandel fördert Ausbreitung in Deutschland

Autor: Dr. Susanne Gallus

Das Virus wird über Zugvögel eingeschleppt. Das Virus wird über Zugvögel eingeschleppt. © iStock/phalder
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Der erste Fall in Sachsen zeigt: Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus fühlt sich in Deutschland wohl. Im Herbst werden die Blutsauger zwar weniger, aber nächstes Jahr sollte man mit weiteren Infektionen rechnen.

Zum ersten Mal hat sich hierzulande ein Mann mit dem West-Nil-Virus angesteckt – ohne im Ausland gewesen zu sein. Der 70-Jährige kam aufgrund einer durch den Erreger ausgelösten Enzephalitis vor Kurzem ins Klinikum St. Georg in Leipzig. Das über Zugvögel eingeschleppte Virus wurde bereits in vielen Bundesländern nachgewiesen, bisher allerdings nur bei Vögeln und Pferden. Durch den Hauptwirt Vogel gelangt der Erreger über heimische Mücken auch auf Säugetiere.

Das West-Nil-Fieber verläuft meistens mild, beruhigt Professor Dr. Lothar H. Wieler imRKI Bulletin. 80 % der Patienten bleiben beschwerdefrei, knapp 20 % leiden unter unspezifischen Symptomen wie leichtem Fieber oder Hautausschlag. Die Häufigkeit schwerwiegender Infektionen mit Meningitis oder Enzephalitis liegt unter 1 % und beschränkt sich auf Ältere bzw. Vorerkrankte.

Es gibt weder eine Therapie noch einen Impfstoff

Sieht man von Bluttransfusionen ab, sind Infizierte nicht ansteckend, da Säuger für das Virus ein Fehlwirt sind und sich auch Mücken bei ihnen nicht infizieren können. Therapie und Impfstoff für Menschen fehlen, präventiv wirkt ein effizienter Mückenschutz. Durch die kühlen Temperaturen ist das Übertragungsrisiko derzeit gering. Aufgrund des Klimawandels ist jedoch zur nächsten Mückensaison mit einer Ausbreitung zu rechnen.

Quelle: Pressemitteilung – Robert Koch-Institut

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