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Klimawandel – Hitze, Feinstaub und Ozon erhöhen das Risiko für Frühgeburten

Autor: Dr. Judith Lorenz

Die Klimakrise gefährdet insbesondere werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder. Die Klimakrise gefährdet insbesondere werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder. © iStock/isayildiz
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Lässt der Klimawandel und seine Folgen die Risiken für Schwangere und ihre Kinder steigen? US-Forscher waren vor Frühgeburtlichkeit, vermindertem Geburtsgewicht, Tot- und Fehlgeburten.

Der Klimawandel sorgt nicht nur für steigende Meeresspiegel, extreme Wetterereignisse und veränderte Niederschläge. Auch die Gesundheit der Menschheit stehe auf dem Spiel, warnen US-Forscher. Neben chronisch Kranken und anderen Risikopersonen gefährde die Klimakrise insbesondere werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder, schreiben die Wissenschaftler um Dr. Bruce Bekkar, Southern California Permanente Medical Group in San Diego.

Um zu klären, inwiefern sich die durch die Klimaveränderungen begünstigte Luftverschmutzung sowie Hitzebelastungen auf die Gesundheit von Schwangeren und ihren Kindern auswirken, unterzogen die Forscher 68 Studien mit den Daten zu mehr als 32,7 Millionen Geburten in den USA einer eingehenden Analyse. Trotz teilweise erheblicher Unterschiede im Studiendesign kam der Großteil der Untersuchungen zu dem übereinstimmenden Ergebnis, dass die Exposition gegenüber Feinstaub oder Ozon und erhöhte Wärmebelastungen während der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten oder die Geburt eines Kindes mit niedrigem Gewicht deutlich erhöhen. Diese Zusammenhänge beobachteten die Wissenschaftler für alle geographischen Regionen der USA, wobei sich allerdings erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigten. Am stärksten gefährdet sind demnach Kinder von Frauen mit Asthma, sozioökonomisch benachteiligten Müttern sowie von Afroamerikanerinnen.

Ärzte sollen auf politischer Ebene aktiv werden

Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse sei es höchste Zeit, den Klimawandel zum Schutz der Weltbevölkerung wirkungsvoll zu bremsen, mahnt auch Dr. Linda C. Giudice von der University of California in San Francisco. In einem Kommentar appelliert die Wissenschaftlerin an die Ärzteschaft, auch auf politischer Ebene für die Gesundheit ihrer Patienten einzutreten.

Quellen:
1. Bekkar B et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e208243; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.8243
2. Giudice LC. A.a.O.: e208811; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.8811

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