Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)

Definition

Lungenkarzinome sind primär in der Lunge entstandene, epitheliale Malignome, die Mehrheit dieser Tumoren (ca. 80 %) sind nicht kleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC, Non-small Cell Lung Cancer). Am häufigsten finden sich Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome und großzellige Karzinome, die nach histologischen und genetischen Parametern noch weiter differenziert werden können.

ICD10-Code: C34

Symptomatik

Tumorbedingte Lokalsymptome:

  • Husten
  • Dyspnoe
  • Thoraxschmerzen
  • Hämoptysen, blutig tingiertes Sputum beim Husten
  • obere Einflussstauung (Vena cava superior Syndrom)
  • Dysphagie
  • Stridor
  • Heiserkeit (Stimmbandparese bei Infiltration des N. recurrens)
  • Armschwäche (Infiltration des Plexus brachialis)
  • Horner Syndrom (Infiltration des Ganglion stellatum)

Metastasenbedingte Symptome:

  • Knochenschmerzen
  • Schwindel, Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle, Verwirrtheit, Krampfanfälle
  • Lymphknotenschwellung (supraklavikulär)
  • Ikterus

Allgemeinsymptome:

  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Schwäche
  • paraneoplastische Syndrome
Untersuchung

Nachweis NSCLC: CT-Thorax mit Kontrastmittel (alternativ MRT), Bronchoskopie mit Biopsie bzw. transthorakale Biopsie (peripherer Rundherd)

Ausbreitungsdiagnostik: Sonographie Oberbauch, endoösophagealer bzw. endobronchialer Ultraschall (mediastinale Lymphknoten), MRT Schädel (Hirnmetastasen), ggf. PET-CT (bei kurativem Therapienansatz)   

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Bildgebung
© National Cancer Institute, USA
Labor

Blutbild, Elektrolyte, Nierenparameter, Leberparameter, LDH, Gerinnung

Verlaufskontrolle: CEA (Adenokarzinom), CYFRA 21-1 (Plattenepithelkarzinom)

Die im Blut frei zirkulierende DNA ist ein Surrogatmarker für per Biopsie nachgewiesene EGFR-Mutationen bei NSCLC. Dies ergibt eine neue Auswertung...

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Bisher schienen Amplifikationen bzw. die Überexpression des HER2-Rezeptors beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) keine therapeutischen...

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Differenzialdiagnostik

Kleinzelliges Lungenkarzinom, Metastase, benigne Erkrankungen: COPD, Bronchiektasen, Lungenabszess, Pneumonie etc. 

Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Je nach Tumorstadium kann eine adjuvante Chemotherapie die Überlebenszeit verlängern. Auch eine präoperative Verkleinerung de Tumors mittels neoadjuvanter Chemotherapie ist möglich. Bei inoperablen Patienten bzw. inkompletter Resektion kann eine Strahlentherapie indiziert sein.

Inzwischen gibt es für das NSCLC auch zielgerichtete Therapien, die im Gegensatz zur Chemotherapie nur den Tumor angreifen, nicht aber gesundes Gewebe. Die Auswahl der Substanzen wird bestimmt durch die Histologie des Tumors und molekular-pathologische Alterationen (z.B. EGFR-Mutationsstatus). Progressionsfreies Überleben und Remissionsraten lassen sich z.B. EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren, ALK-Inhibitoren oder antiangiogenetisch wirkenden Antikörpern verlängern. Hinzu kommt die Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren.

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Invasive und Interventionelle Therapie

Die Therapie des NSCLC richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Die Operation ist die wichtigste Operation mit kurativer Zielsetzung. Bei Patienten im Stadium IA, d.h.lokal begrenztem Tumor (max. 3 cm), lässt sich mit der Resektion eine 5-Jahresüberlebensrate von 75-80 % erreichen.

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Prävention

Die wichtigste Maßnahme heißt Nichtrauchen, auch nicht passiv. Günstig wirkt ein vermehrter Verzehr von Obst und Gemüse, Kontakt mit anderen Kanzerogenen (Asbest, Radon) solte gemieden werden. 

Leitlinien

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (SGMO),Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie (SGH), Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO):
Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)

Kasuistik

Bei nicht kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) mit ALK-Translokation sind gezielte Inhibitoren Therapie der Wahl. Da viele Tumoren schnell...

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