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Alkohol stört die Darm-Leber-Achse

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Den Darm darf man bei einer alkoholassoziierten Leberkrankheit nicht außer Acht lassen. Den Darm darf man bei einer alkoholassoziierten Leberkrankheit nicht außer Acht lassen. © ag visuell – stock.adobe.com
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Der Alkohol hat die Leber krank gemacht, also warum in den Darm gucken? Weil sich da gleichzeitig spannende Dinge abspielen, die vielleicht neue Therapieansätze liefern.

Eine alkoholassoziierte Leberkrankheit (alcoholassociated liver disease, AALD) zieht Myko- und Mikrobiom in Mitleidenschaft. So kommt es beispielsweise häufig zu einer Dominanz von Candidaspezies, berichtete Professor Dr. Frank Lammert, Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

Candida albicans scheidet das Peptid-Exotoxin Candidalysin aus, das in vitro auf primäre Hepatozyten zytotoxisch wirkt. In einer Studie bestimmte man nun Candida und Candidalysin aus Stuhlproben von Patienten mit Alkoholkonsumstörung, alkoholischer Hepatitis und Gesunden. Bei 5 % bzw. 31 % der Kranken, aber nicht bei den Kontrollen, fand sich das Gen für Candidalysin. Dieser Nachweis korrelierte mit dem Schweregrad und der Mortalität der alkoholischen Hepatitis. Möglicherweise könnte das Peptid-Toxin künftig Ziel neuer Therapieansätze werden.

Eventuell könnten auch Bakteriophagen helfen. Wie eine Studie ergab, sorgt das von Enterococcus faecalis sezernierte Exotoxin Cytolysin für den Untergang von Hepatozyten. Im Vergleich von Abstinenten und Patienten mit alkoholischer Hepatitis hatten Letztere mehr E. faecalis im Stuhl. Dabei waren Cytolysin-positive Stämme mit dem Schweregrad der Leberkrankheit und der Mortalität assoziiert. Behandelte man Mäuse, die zuvor Stuhlproben von Patienten mit alkoholischer Hepatitis erhalten hatten, mit Bakteriophagen gegen zytolytische E. faecalis, nahm das Cytolysin in der Leber ab und die Krankheit ging zurück.

Quelle: 9. Hepatologie-Update-Seminar (Online-Veranstaltung)

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