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Amputationen Corona bedroht Diabetikerfüße

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Die Situation ließe sich durch Telemedizin und Apps deutlich bessern. (Agenturfoto) Die Situation ließe sich durch Telemedizin und Apps deutlich bessern. (Agenturfoto) © iStock/angkhan
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Die Pandemie führt dazu, dass Diabetiker mit einem Fußsyndrom Infektionen gehäuft verschleppen. Das bringt ihre Extremitäten in existentielle Gefahr.

Corona macht den Menschen Angst, ins Krankenhaus zu gehen. Das zeigte sich auch bei Diabetikern, erklärte Prof. Dr. Ralf Lobmann von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie, Klinikum Stuttgart. Patienten mit Infektionen bei diabetischem Fußsyndrom stellen sich sehr viel später vor, wie eine Studie belegte. Die Schwere der Entzündungen nahm in der Pandemie zu, ein größerer Teil der Betroffenen wurde als „dringend“ klassifiziert. Die Folge: mehr Amputationen. Die Wahrscheinlichkeit für jegliche Amputationen lag der Untersuchung zufolge während der Pandemie um das 10,8-Fache höher als davor, darunter die für Majoramputationen um das 3,1-Fache.

Die Situation ließe sich durch Telemedizin und Apps deutlich bessern, betonte Prof. Lobmann. Mit elektronischer Hilfe kann man stabile Fußsyndrome oder solche mit leichten, überwachungsbedürftigen Infektionen gut kontrollieren und ggf. weiterführende Maßnahmen veranlassen. „Ironischerweise nutzen wir digitale Dienste, z.B. Social Media, regelmäßig im Alltag, aber nicht im Gesundheitswesen“, kritisierte der Referent. Sein Appell: Die Vorsorge darf auf keinen Fall vernachlässigt werden, gerade in der Pandemie nicht.

Quelle: 4. Nürnberger Wundkongress

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