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Positive Trainingseffekte Parkinsonpatienten aufs Laufband

Autor: Friederike Klein

Auch wenn der Parkinson manifest ist, spielt Bewegung eine große Rolle. Doch leider nimmt die körperliche Aktivität der Betroffenen im Verlauf rasch ab. Auch wenn der Parkinson manifest ist, spielt Bewegung eine große Rolle. Doch leider nimmt die körperliche Aktivität der Betroffenen im Verlauf rasch ab. © iStock/gece33
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Körperliche Aktivität in hoher Intensität senkt das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Ist die Krankheit bereits manifest, lässt sich ihr Verlauf durch Sport modifizieren.

Wer körperlich sehr aktiv ist, hat ein geringeres Risiko, die Parkinsonkrankheit zu entwickeln. Dabei besteht eine inverse Dosis-Wirkungs-Beziehung, erklärte Professor Dr. Georg Ebersbach vom Neurologischen Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen/Parkinson in Beelitz-Heilstätten. Aber auch wenn der Parkinson bereits manifest ist, spielt Bewegung eine große Rolle. Doch leider nimmt die körperliche Aktivität der Betroffenen im Verlauf rasch ab. Genau das Gegenteil muss aber erreicht werden.

In einer Studie mit Parkinsonpatienten, die ihre Diagnose erst in den vorangegangenen fünf Jahren erhalten hatten, führte ein intensives Laufbandtraining über sechs Monate zu stabilen Symptomen gemessen anhand der Unified Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS). Bei Patienten der Kontrollgruppe ohne diese Intervention nahmen die Beschwerden um durchschnittlich 3,2 UPDRS-Punkte zu. Ziel war, das hochintensive Training an vier Tagen pro Woche über 30 Minuten (plus Aufwärm- und Abkühlungszeit) bei 80–85 % der maximalen Herzfrequenz durchzuführen. Tatsächlich fand es im Mittel aber nur an 2,8 Tagen pro Woche statt.

Dauer der Intervention spielt auch eine Rolle

Nicht nur die Belastung, auch die Dauer der Aktivität ist wichtig, wie eine andere Studie zeigte. Darin wurde ein Training über vier und zwei Wochen verglichen. Nur bei längerer Dauer der Bewegungstherapie bemerkten die Patienten eine deutliche Verbesserung. Der UPDRS-Score verringerte sich durch das längere Training um 6,6 Punkte und durch das kürzere um 5,7 Punkte. Auch die Lebensqualität verbessert sich „dosisabhängig“.

Es geht aber nicht um Physiotherapie, sondern um Verhaltensänderung, betonte Prof. Ebersbach. Ein Coach sollte die Patienten dabei unterstützen, sich Ziele zu setzen, diese dann auch zu erreichen und Barrieren gezielt auszuräumen. Dies gelingt z.B. mit dem individuell zugeschnittenen, krankheitsspezifischen Programm ParkFit. Videogestützte Angebote mit aerobem Training auf dem Hometrainer zusammen mit Motivationsapps sind ebenfalls eine Option.

Leider haben viele Studien zur Bewegungstherapie nicht die erforderliche Qualität und sehr viele werden erst gar nicht publiziert, bemängelte Prof. Ebersbach. Seine aktuelle Empfehlung für den Alltag: Patienten sollten sich bei 80 % ihrer maximalen Leistungsfähigkeit (Herzfrequenz) bewegen.

Quelle: Parkinson und Bewegungsstörungen – Highlights digital

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