Prostatahyperplasie: Embolisation reduziert Beschwerden fast so gut wie die Resektion

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Sowohl die TURP, als auch die PAE haben bei der Behandlung einer Prostatahyperplasie ihre Daseinsberechtigung. © fotolia/Kateryna_Kon

Die Blutzufuhr stoppen oder wegschneiden? Im Fall einer symptomatischen Prostatahyperplasie scheinen beide Lösungen ähnlich gut zu sein.

Jeder zweite Mann zwischen 50 und 60 Jahren hat eine vergrößerte Prostata, die ihm mehr oder weniger zu schaffen macht. Als Goldstandard der Therapie gilt die transurethrale Elektroresektion (TURP), schreiben Dr. Dominik Abt von der Urologie am Kantonsspital St. Gallen und Kollegen. Dabei trägt man über die Harnröhre mithilfe einer elektrischen Schlinge das Prostatagewebe teilweise oder komplett ab. Allerdings ist der Eingriff nicht ganz risikoarm und mehr als ein Drittel der Patienten leidet postoperativ an Restbeschwerden.

Eine mögliche Alternative wäre wünschenswert und könnte die Prostataarterien-Embolisation (PAE) bieten. Sie erfolgt unter Lokalanästhesie über einen Leistenzugang durch einen interventionellen Radiologen. Noch ließ sich die PAE-Werbetrommel aber nicht rühren, da alle bisherigen Studien methodische Mängel aufwiesen und es nur drei mit einer Kontrollgruppe gab.

Das Schweizer Team hat nun mit 103 Teilnehmern beide Verfahren direkt miteinander verglichen. Primäres Outcome war die Reduktion im internationalen Prostata-Symptomen-Score zwölf Wochen nach der Therapie. Die PAE senkte ihn um 9,23, die TURP um 10,77 Punkte. Obwohl der Unterschid nur gering ausfiel, erreichte die Embolisation nicht die erforderliche Differenz von weniger als drei Punkten für die Nicht-Unterlegenheit. Und in den Punkten maximale Urinflussrate, Restharnmenge und Prostatavolumen schnitt die TURP nach den drei Monaten besser ab. Dafür gab es in der PAE-Gruppe nur etwa halb so viele Komplikationen wie in der resezierten.

Die Autoren sind der Meinung, dass die PAE die TURP zwar nicht ersetzen wird, dennoch könnte sie für ausgewählte Patienten infrage kommen und sollte auf jeden Fall weiter untersucht werden.

Quelle: Abt D et al. BMJ 2018; 361: k2338