Gewichtsverlust nach bariatrischer OP senkt auch das Krebsrisiko

Autor: Dr. Sascha Bock

Mit Magenbypass und Magenband-OP sind die Weichen gelegt, doch die Minderung des Krebsrisikos ist vor allem von der Menge an verlorenen Pfunden abhängig. © Damian – stock.adobe.com

Nach Magenbypass oder Magenband-OP zählt im Sinne der Krebsprävention jedes Kilo. Das Ziel sollten ein BMI unter 30 kg/m2 oder eine Gewichtsreduktion um ein Fünftel sein.

Adipositas wird als Risikofaktor für Karzinome offenbar zu wenig beachtet. Mindestens 13 verschiedene Krebsarten können auf dem Boden einer Fettleibigkeit entstehen. US-Kollegen untersuchten nun, wie sich ein bariatrischer Eingriff auf die Tumorinzidenz auswirkt. Dazu werteten sie die Daten von 2107 Erwachsenen im mittleren Alter von 46 Jahren aus, die sich im Rahmen der LABS-2-Studie einem Magenbypass oder einer Magenband-OP unterzogen hatten.

Die Inzidenz von Tumoren halbiert sich nahezu

Ein Jahr nach der Operation betrug der durchschnittliche BMI 33 kg/m2. Bei Teilnehmern mit einem Wert über 30 gab es verglichen mit denjenigen darunter Hinweise auf ein um 60 % erhöhtes Krebsrisiko (ermittelt anhand von Biomarkern). Wer es schaffte, ein Fünftel seines Gewichts zu verlieren, erkrankte im Verlauf von sieben Jahren seltener an einem Tumor: Gegenüber denen, die weniger abnahmen, halbierte sich die Inzidenz in etwa (3,6 % vs. 6,2 %). Die häufigsten Karzinome traten in Brust, Schilddrüse und Haut auf.

Der protektive Effekt eines baria­trischen Eingriffs scheint also von der erreichten Gewichtreduktion abzuhängen. Doch auch metabolische Parameter spielen eine Rolle: Pro 20 % Leptinreduktion ging die Krebswahrscheinlichkeit um 20 % zurück. Ebenso senkten u.a. Verbesserungen im Zuckerhaushalt das Risiko.

Quelle: 36th ASMBS* Annual Meeting

* American Society for Metabolic and Bariatric Surgery