Harninkontinenz im Alter führt nur wenige zum Arzt

Autor: Kathrin Strobel

Jede zweite Frau über 65 Jahre ist nicht mehr ganz dicht. © iStock.com/TolikoffPhotography

Die Hälfte der Frauen über 65 leidet an Blasenschwäche. Doch anstatt sich behandeln zu lassen, finden sich viele damit ab.

Mehr als 1000 Frauen haben in den USA an einer Umfrage zum Thema Harninkontinenz teilgenommen. Dabei gaben 43 % der 50- bis 64-jährigen Befragten an, gelegentlich unfreiwillig Harn zu lassen. Unter den über 65-Jährigen waren es 51 %.

Am häufigsten passiert das Malheur beim Husten oder Niesen (79 %) oder wenn es kurz vor Erreichen der Toilette dringlich wird (64 %). Auch Lachen wird bei 49 % der Frauen von einem Tröpfeln begleitet. 37 % berichteten von Inkontinenz während körperlicher Betätigung.

Obwohl 41 % der Betroffenen ihre Blasenschwäche als belastend empfinden, geht nur eine von drei mit ihrem Problem zum Arzt. Stattdessen haben die meisten Strategien entwickelt, mit der Schwäche umzugehen: Während sich die einen mit Binden oder spezieller Unterwäsche behelfen (59 %), trinken die anderen einfach weniger (16 %).

Das müsse nicht sein, erklärt Urogynäkologin Dr. Carolyn Swenson von der Michigan Medicine, die an der Studie mitgewirkt hat. „Harninkontinenz ist keine unvermeidliche Konsequenz des Älterwerdens. Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, sie zu behandeln.“

Quelle: Pressemitteilung Michigan Medicine University of Michigan